Warnemünde hat eine große Zukunft

Interview mit Guido Zöllick, General Manager des Hotel „Neptun“

Was bedeutet das Meer für Sie persönlich?
Zöllick: Das Meer zieht mich an und ist das, was ich mit Lebensqualität verbinde. Einerseits bekomme ich Fernweh und Sehnsucht nach Reisen, andererseits beruhigt es mich.

Wie oft sind Sie am Strand?
Zöllick: Ehrlich gesagt fast gar nicht. Im Sommer kaum, weil es die Zeit nicht zulässt. Außerhalb der Sommersaison gehe ich schon mal am Strand spazieren, aber mit dem Badetuch bin ich lange nicht mehr zum Sonnen gegangen. Dafür führt mich meine Joggingrunde regelmäßig durch den Küstenwald und am Strand entlang. Schöner kann Bewegung nicht sein.

Was ist das Besondere an Warnemünde?
Zöllick:
Die Kombination aus einem traditionellen Seebad mit dem direkten Anschluss an eine große Hansestadt wie Rostock ist für die deutsche Ostseeküste ganz besonders. Das Klima ist angenehm, die Natur herrlich und die Infrastruktur an Hotels, Pensionen, Restaurants und Anreisemöglichkeiten aus Hamburg oder Berlin optimal. Die Hafeneinfahrt und z.B. das regelmäßige Anlegen von Kreuzfahrtschiffen machen Warnemünde zu einem traditionellen und doch internationalen Ort.

Das Hotel Neptun wurde 1971 eröffnet. Damals war das doch eine absolute Sensation ...
Zöllick:
Ja, man hat das Hotel Neptun als ein international ausgerichtetes und weltoffenes Hotel angelegt. Während der DDR-Zeit machten FDGB-Urlauber 80 Prozent der Hotelbelegung aus. Die anderen 20 Prozent wurden an Gäste aus dem Ausland verkauft. 1991 wurde das Hotel privatisiert und gehört heute zum Konzernverbund der Deutschen Seereederei. Sein Profil hat sich verändert: Zunächst wurde es vorwiegend als Geschäftsreise- und Tagungshotel genutzt, heute ist es ein bekanntes Wellness-, Gesundheits- und Urlaubshotel.

... und dann kamen Sie.
Zöllick: Ich habe im Juli 2007 wieder im "Neptun" angefangen, nachdem ich vor vielen Jahren meine berufliche Laufbahn mit einer Ausbildung hier im Haus begonnen habe. Ich konnte auf sehr gesunde und intakte Strukturen aufbauen und mit einem tollen Team arbeiten wir stets daran, den neuen Bedürfnissen und Interessen unserer Gäste auch in Zukunft gerecht zu werden. Wir beschäftigen 230 Mitarbeiter und sind Ausbildungsstelle für ca. 60 junge Menschen.

Was macht Ihr Hotel attraktiv?
Zöllick: Es steht direkt unterhalb der Dünen auf der Promenade mit uneingeschränktem Seeblick aus allen 338 Zimmern, die auch über einen Balkon verfügen. Schwimmbad und Spa-Behandlungsräume werden über eine Pipeline mit gefiltertem Ostseewasser versorgt. Unser Original-Thalasso-Zentrum verbindet die natürlichen, regionalen Ressourcen ideal mit den Möglichkeiten unseres Hotels und bietet ganz besondere Möglichkeiten Urlaub und gesunde Lebensweise miteinander zu verknüpfen.

Es gibt Gäste, die schon seit Jahrzehnten Stammgäste sind ...

Zöllick: Manche kommen inzwischen mit ihren Kindern und Enkelkindern. Diese nachwachsende Generation wollen wir genauso begeistern wie die Eltern. Häufig kommen unsere Gäste aus dem Großraum Berlin/Brandenburg, aber auch aus den weiteren neuen Bundesländern kommen traditionell sehr viele Gäste nach Warnemünde.

Wie arbeiten Sie mit anderen Hotels und touristischen Einrichtungen in Warnemünde zusammen?
Zöllick: Es gibt einen intensiven Austausch der Tourismuswirtschaft in Warnemünde und Rostock. Vor einigen Jahren haben wir gemeinsam eine Marketinggesellschaft gegründet, die den Tourismus in Rostock und Warnemünde befördern soll und in der die Anbieter freiwillig vereint sind. Darüber hinaus wirken wir im Branchenverband DEHOGA aktiv mit, dessen Präsident für das Land Mecklenburg- Vorpommern ich seit 2005 bin.


Welche Visionen haben Sie für sich und das "Neptun"?
Zöllick: Ich will, dass wir eins der beliebtesten Hotels entlang der deutschen Ostseeküste bleiben. Die Suche nach neuen, attraktiven Bewegungsfeldern und Angeboten für die Gäste reizt mich. So konnten wir erst zu Ostern 2013 auf dem benachbarten Grundstück eine Neuentwicklung aus unserem Hotel heraus eröffnen - das a-ja Resort Warnemünde. In dieses Hotelangebot sind viele neue Erkenntnisse und Trends der Urlaubshotellerie eingeflossen und das bisherige Angebot des Hotel Neptun wird nun durch neue und andersgerichtete Angebote ergänzt. Zusätzlich hat der Ort, mit dem "Seebad" auch wieder ein öffentliches Schwimmbad erhalten, was die Attraktivität Warnemündes weiter steigert. Die Angebote im Gesundheitsbereich, die mit Sicherheit in Zukunft noch stärker nachgefragt werden, geben uns weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Warnemünde hat eine große Zukunft.

Guido Zöllick

Guido Zöllick wurde am 2. Mai 1970 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder, Tim und Ole. Im "Neptun" wurde er zum Kellner ausgebildet, 1990 ging er in verschiedene Hotels, unter anderem zu Marriott, Scandic Crown und zu Häusern der Best Western Gruppe. Er arbeitete dort als Kellner, an der Bar, im Veranstaltungs- und Bankett-Bereich. Im Bremer "Parkhotel", einem 5-Sterne-Haus, leitete er Catering, und wieder den Veranstaltungs- und Bankettbereich. Mit 29 Jahren wurde Guido Zöllick Hoteldirektor im "Warnemünder Hof", den er führte, bis er 2007 das "Neptun" als Generalmanager übernahm. Er spielt Fußball, läuft gern, fährt Rad und macht Motorradtouren am Atlantik und in den Alpen.