„Mia san mia und uns kann keiner was sagen!“

Foto: Bayrische Staatsregierung

Horst Seehofer, Ministerpräsident des Freistaats Bayern

"Vertrauen ist die Währung der Politik und wir wollen dieses Vertrauen der Bevölkerung nicht enttäuschen", erklärt der alte und neue Ministerpräsident von Bayern Horst Seehofer.


Er tritt auf wie wir ihn kennen: breites Kreuz, siegessicheres Lächeln, große Sprüche. Seehofers politische Karriere begann vor 44 Jahren mit dem Eintritt in die Junge Union. Nur zwei Jahre später wurde der gebürtige Ingolstädter Mitglied der CSU. Für seinen Wahlkreis saß er von 1980 bis 1998 im Bundestag. Er war Bundesminister für Gesundheit, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundesfraktion und von 2000 bis 2008 Landesvorsitzender der Arbeitnehmer-Union. Im Oktober 2008 wurde er erst zum Parteivorsitzenden der CSU und zwei Tage später zum Bayerischen Ministerpräsidenten gewählt. "Die größte Gefahr für die Zukunft lauert im Erfolg der Gegenwart", erklärt Seehofer. Für einen Mann, der in konservativ-katholischen Verhältnissen aufgewachsen ist, denkt Horst Seehofer weitsichtig. Ihm ist der Schutz der Natur genauso wichtig, wie die Chancengleichheit sozial benachteiligter Menschen. "Ich möchte, dass alle Menschen in Bayern, ganz gleich aus welchen sozialen Verhältnissen sie kommen, alle Chancen haben, ein gutes, glückliches Leben zu führen. Man darf niemand zurücklassen, man muss sich um jeden bemühen und versuchen, jedem zu helfen." Mit Karin Seehofer, seiner zweiten Ehefrau, ist der Politiker seit 1985 verheiratet. Die beiden haben drei erwachsene Kinder. Außerdem hat Horst Seehofer eine außereheliche Tochter. Zu seinen Leidenschaften gehört der Fußball. Der FC Bayern München ist sein ganzer Stolz. "Der FC Bayern steht für die Werte unserer Heimat: für unser bayerisches Sieger-Gen, für Kameradschaft und Zusammenhalt, für nachhaltiges Wirtschaften und Feierfreude. 'Bayern', das steht für: immer bewundert, oft beneidet, niemals erreicht", so der Ministerpräsident beim Empfang des Triple-Siegers 2013. Wenige wissen, dass er auch eine philosophische Ader hat und Opern liebt. "Der Fliegende Holländer ist geradezu eine symbolische Oper für jeden Politiker. Das Schiff bei rauer See auf Kurs halten, stürmischer Gegenwind und hohe Wellen - das kennen wir alle nur zu gut. Und manch einer versucht vergeblich, das Kap der Guten Hoffnung zu erreichen - und merkt zu spät, dass er auf einem Geisterschiff segelt!" Nach seiner Wahl freute sich Seehofer nicht nur über das starke Ergebnis seiner Partei, sondern auch über die gestiegene Wahlbeteiligung. Für ihn steht fest: "Die bayerische Bevölkerung hat unsere Demokratie gestärkt, die wichtige Arbeit dieses Hohen Hauses bestätigt und den Grundkonsens aller Demokraten in unserer Heimat gefestigt."