Herbert Blomstedt wird Ehrendirigent der Sächsischen Staatskapelle

Die Sächsische Staatskapelle Dresden ernennt ihren ehemaligen und langjährigen Chefdirigenten Herbert Blomstedt zu ihrem Ehrendirigenten. Damit würdigt sie die singulären Verdienste Blomstedts um das Orchester. Herbert Blomstedt ist nach Sir Colin Davis erst der zweite Dirigent, dem dieser Ehrentitel zu Teil wird.

 

Die erste Zusammenarbeit zwischen Herbert Blomstedt und der Sächsischen Staatskapelle Dresden fiel in das Jahr 1969. Blomstedt hatte sich nach eigenem Bekunden schon als Jugendlicher in den Klang der Staatskapelle verliebt, als er erste Aufnahmen des Orchesters mit Hilfe eines kleinen Rundfunkempfängers in seiner schwedischen Heimat zu Gehör bekam. Die Zusammenarbeit gestaltete sich von Anfang an überaus glücklich, schon sechs Jahre nach seinem Debüt erkor die Staatskapelle Herbert Blomstedt – gegen den Willen der Parteioberen – zu ihrem Chefdirigenten. Diese Position hielt er bis zum Jahr 1985, kehrte aber auch danach immer wieder ans Kapellpult zurück. Bis heute hat er mehr als 300 Konzerte der Staatskapelle dirigiert, gut 150 Schallplatten und CDs hat das Orchester gemeinsam mit ihm eingespielt. Auch die erste Amerika-Tournee der Staatskapelle fand unter seiner Leitung statt.

 

In seiner Laudatio charakterisiert Bernward Gruner, Orchestervorstand und seit 1979 als Cellist Mitglied der Staatskapelle, Herbert Blomstedt wie folgt: "In großer Gründlichkeit, mit überschäumender Liebe zur Musik und stets sehr achtungsvoll im Umgang mit den Musikern und dem Publikum gingen Sie zu Werke. Sie setzten künstlerisch und menschlich Maßstäbe, die unter keinen Umständen unterschritten werden konnten."

 

In einer ersten Reaktion äußerte sich Herbert Blomstedt über die Ernennung: "Die Begegnung mit der Staatskapelle Dresden war vielleicht der größte Glücksfall in meinem Leben. Ich habe damals lange gezögert, bis ich die Chefposition in Dresden – in der ehemaligen DDR – angenommen habe. Aber in der Zusammenarbeit mit den Kapellmusikern bin ich zu einem anderen Musiker geworden. Man kann sogar sagen, dass ich die Grundlagen meines heutigen Musizierens in Dresden gelernt habe. In Gesprächen komme ich deshalb heute immer wieder auf diese wichtige und schöne Zeit mit der Kapelle zurück. Die jetzige Ernennung zum Ehrendirigenten berührt mich sehr. Ich empfinde sie auch als eine Bestätigung dafür, dass meine damalige Entscheidung die richtige gewesen ist."

Foto: Matthias Creutziger/2009
Foto: Erwin Doering/1972
Foto: Erwin Doering/1972