Das Essen war scharf - vielen Dank!

Das vietnamesische Restaurant Hai Au

Als wir durch die Görlitzer Straße schlendern fällt unser Blick auf das vietnamesische Restaurant Hai Au (auf Deutsch: kleine Welle). Durch die großen Scheiben können wir einen Blick in das Lokal werfen. Wir sind neugierig und treten ein. Trotz Mittagszeit ist es spärlich besucht. Außer uns haben sich nur zwei weitere Gäste eingefunden. Damit haben wir zumindest freie Platzwahl. An den Wänden hängen große, typisch asiatische Bilder. Ein Blick über den Tresen lässt uns direkt in die Küche schauen. An der Wand befindet sich ein großes Bild einer vietnamesischen Marktstraße. Wir werden freundlich von der Kellnerin begrüßt, die wir leider etwas schwer verstehen. Sie reicht uns die Menü- und Getränkekarten, die sich ein wenig schmierig anfühlen und schon älter sind. Nach einem kurzen Blick in die üppige Getränkekarte bestellen wir eine Zitronenlimonade(3 Euro) und einen grünen Tee (3 Euro). Leider gibt es nur eine Sorte grünen Tee und so wissen wir nicht genau, was wir da eigentlich trinken. Die Auswahl an alkoholischen Getränken ist üppig. Es stehen eine Vielzahl von Cocktails zur Auswahl sowie eine Reihe von Weinen und sogar asiatische Biersorten. Zeitgleich entscheiden wir uns für drei Speisen aus dem Mittagsmenü. Wir nehmen das gebratene Rindfleisch mit Ananas (6,50 Euro), gebratene Ente in Curry-Kokosnusssoße und gebratenen Tofu mit Gemüse, allerdings ohne Tofu (5,90 Euro). Diesem speziellen Wunsch kommt die Küche ohne Probleme nach. Zu jedem Gericht gibt es eine Pekingsuppe als Vorspeise sowie Reis als Beilage. Nach wenigen Minuten steht das Essen auf dem Tisch. Die Vorsuppe schmeckt angenehm süß-sauer und ist nicht zu scharf. Verfeinert wurde sie mit Koriander. Die Ente war außen knusprig, innen zart und insgesamt lecker. Auch das Gemüse und die Curry-Kokosnusssoße sind gut abgestimmt. Allerdings wird das Gericht in der Speisekarte als "leicht scharf" beschrieben, was gelinde gesagt eine Untertreibung ist. Ohne den dazu gereichten Reis wäre das Essen für empfindliche Zungen wohl nicht essbar. Ähnlich verhält es sich mit dem Gemüse des Tofus. Das Rind war insgesamt lecker, auch wenn die Fleischstücke etwas trocken, dafür aber sehr mager waren. Die Portionen fallen nicht riesig aus, machen uns aber angenehm satt. Beim Bezahlen kommt es noch zu einer etwas kuriosen Situation. Wir teilen dem Koch mit, dass uns das Essen ein wenig zu scharf war und bekommen als Antwort: "Vielen Dank!"

Fazit: Das Hai Au ist kein Gourmet-Restaurant. Wer sich hier teures Edelessen möchte ist falsch. Für ein typisch asiatisches Restaurant ist es aber ausgesprochen lecker. Dafür bezahlt man bei den Speisen auch ein bis zwei Euro mehr als beim Bistro von Nebenan. Für einen munteren Abend mit Freunden ist das Hai Au eine gute Adresse. Insgesamt waren wir nach unserem ersten Eindruck doch positiv überrascht.