Bayerische Zeitreise – Die Geschichte des Oktoberfests

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Bald ist es soweit und es heißt wieder „Ozapft is!“. Doch woher kommt eigentlich der Brauch der Münchner sich einmal im Jahr auf der Theresienwiese zu treffen, Bier zu trinken und zu feiern? Die Geschichte des Oktoberfests geht bis ins Jahr 1810 zurück und begann mit einer Hochzeit.

In knapp vier Wochen beginnt in München die fünfte Jahreszeit: das Oktoberfest, wo Menschen aus aller Welt zusammenkommen, um zu feiern und das gute bayerische Bier zu kosten. Alteingesessene Münchner behaupten, dass ihre traditionsreiche Wiesn nicht mehr das ist, was sie einmal war. Zu viele Menschen, zu viel Betrunkene, zu viele Polizeieinsätze. Trotzdem ist und bleibt das Oktoberfest das größte Volksfest der Welt, was man einfach einmal erlebt haben muss. Wer noch nie dort war, sollte das schleunigst nachholen. Aber bitte mit Tracht, um nicht gleich aufzufallen. Fesche Dirndl und Lederhosn kann man sich vorab noch online bestellen. Im Shop von Ludwig und Therese gibt es eine große Auswahl unterschiedlicher Dirndlmodelle und Lederhosen auch für Kinder.

Es war einmal ein König...

Die Hochzeitsfeierlichkeiten der damaligen Könige dauerten in der Regel fünf Tage und waren mehr als pompös. Paraden, Pauken und Trompeten und natürlich viel Schmaus und Trank. Das Volk feierte mit und die Münchner Innenstadt war während royaler Hochzeiten ein einziges Festtreiben. Vier Jahre nachdem Bayern zum Königreich erhoben wurde, ließen sich Kronprinz Ludwig (späterer König Ludwig I) und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Oktober 1810 trauen. Das Hochzeitsfest wurde mit einem Pferderennen, das vom gehobenen Bürgertum organisiert wurde, auf einer Wiese vor den Toren von München beendet. Zur Ehren der Braut wurde der Festplatz „Theresens-Wiese“ getauft und auch heute noch heißt der Ort des Oktoberfests „Theresien-Wiese“, weshalb das jährliche Spektakel auch „Wiesn“ genannt wird.

Das Pferderennen wird zur Tradition

Kurz darauf wurde beschlossen, das Pferderennen zu einer jährlichen Tradition zu machen und das „Oktober-Feste“ war geboren. 1811 kam dann die erste Landwirtschafts-Fachausstellung dazu. 1938 verschwand das Pferderennen aus organisatorischen Gründen, das „Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest“ findet auch heute noch alle vier Jahre statt.

Das Bier spielte natürlich auch damals schon eine große Rolle. In kleinen Buden konnten sich die Besucher mit Bier versorgen, erst 1818 kamen Volksbelustigungen wie Schaukeln, Kegelbahnen oder kleinere Karusselle dazu.

1867 wurden aus den Bierbuden dann größere Festzelte. Das erste war das Schottenhammel mit Platz für 1500 Gäste, das hinter der Wiesn aufgestellt wurde. Kurz darauf folgten das Schützenfestzelt (1876) und die Ochsenbraterei (1881).

Ab 1909 waren dann alle sechs Parzellen als Ring hinter dem Volksfest mit Festhallen von Münchner Brauereien bebaut. Heute findet man dort 13 Festzelte mit Bierausschank aus verschiedenen Brauereien und ein Weinzelt. Dazu 21 mittlere und kleinere Zelte, die auf der Festwiese verteilt sind. Am größten ist das Winzerer Fähndl mit Platz für 8.450 Besucher.