Erfolgreich gegen den Trend

Disy fragte die Dresdner Museumschefs wie sie es schaffen, immer mehr Besucher anzuziehen

 

 

Mit einem Besucherplus von acht Prozent können die Museen der Landeshauptstadt sich über einen Erfolg freuen. Wie der Direktor des Dresdner Museumsverbundes Gisbert Porstmann versicherte, stehen die Museen der Stadt damit gegen den Trend. „Einrichtungen in anderen Städten haben mit starkem Rückgang an Besucherzahlen zu kämpfen“, so Porstmann. Disy wollte also wissen, was machen die Dresdner anders?

 

Den stärksten Zuwachs verzeichneten dabei die Technischen Sammlungen und das Kraszewski-Museum. Hier stiegen die Besucherzahlen jeweils um rund ein Viertel. Vier Gründe nennt Museumschef Porstmann für die Entwicklung seiner Häuser: „Viele Besucher zeigen Interesse gerade auch an den kleinen Häusern und ihren Angeboten. Unsere über 70 ideenreichen Mitarbeiter sind mit viel Herzblut für die Besucher da. Wichtig ist ein vertrauensvolles Miteinander des Führungsteams mit den Mitarbeitern, sowie der Glaube an die Museumsarbeit, die in die Mitte der Gesellschaft gehört und kein Freizeitvergnügen von Minderheiten ist.“

 

 

Roland Schwarz - Technische Sammlungen

Foto: Disy

In den Technischen Sammlungen verbinden wir Technikgeschichte mit aktuellen Fragen in der Informations- und Kommunikationstechnik. Wir verstehen uns als Plattform zu Risiken und Chancen technischer Entwicklungen in unserer Zeit.

 

In der Ausstellung „Sonne auf Papier. Kunst Experiment Fotografie“ zeigen wir zehn Künstler der Gegenwart, Werke, in denen sie analoge fotografische Prozesse und Materialien integrieren. Der Blick zurück, gerät zum Blick nach vorn - von der Alchimistenküche zum Art & Science Lab. Aus seinem Nachlass präsentieren wir außerdem „Emanuel Golberg. Architekt des Wissens.“ Der ehemalige Vorstand und Pionier der Kameraindustrie in Dresden gründete nach seiner Vertreibung aus Deutschland eines der ersten Technologieunternehmen Israels.

 

Filmemacher,Künstler, Studenten und Fotografen zeigen Nachbauten seiner Wahrnehmungsmaschine und Modelle seiner Wissensmaschine. Außerdem sind viele Originale und Filmaufnahmen aus dem Nachlass des Wissenschaftlers zu sehen. Außerdem war die Ausstellung „MOMENTE. 60 Jahre dresdner fotoaktiv 57 e.V.“ zusehen.

 

Aus einer Volkshochschulgruppe hervorgegangen, wird den ambitionierten Amateurfotografen zum Jubiläum eine Ausstellung gewidmet. Die Ausstellung zeigt Einblicke in die langjährige Arbeit der Gruppe. Sie macht in den Fotos,Plakaten und Portfolios die Veränderungen unserer Stadt und der Gesellschaft deutlich.Die nächste Ausstellung: TRUST. Fotografie und Video von Niklas Goldbach noch bis 26. November und vom 29. September bis 25. März 2018 Kurze Geschichte des langen Kinderanimationsfilm.

Christiane Mennicke-Schwarz - Kunsthaus, Städtische Galerie für Gegenwartskunst

Foto: Disy

Die zeitgenössische und internationale Kunst in unserem Haus geht oft über den Rahmen von Ausstellungen hinaus. Unsere Künstler gehen auf die Stadt ein, auf deren Geschichte und die Menschen. Aus dieser internationalen Sicht spiegeln Künstler die Gegenwart und das hilft,die Zeit zu verstehen.

 

Die Ausstellung „Die Deutschen kamen nicht“ zeigt Kunst zur Geschichte einer Stadt. Eine Ausstellung im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt Wroc?aw 2016, kuratiert von Micha? Bieniek, zeigte eine Ausstellung der Nachkriegsgeschichte Wroc?aws aus der Perspektive zeitgenössischer Kunst. Der Ausstellungstitel bezog sich auf die unter den Bewohnern der Stadt noch lange nach dem Krieg verbreitete Furcht vor der Rückkehr der Deutschen.

 

Als Beitrag vom „Am Fluss. Zu Kulturen des Ankommens“ wurde mit über 20 Mannshohen Spiegeln und vier Fahnen die Performance und im Abschluss die Installation der Dresdner Künstlerin Svea Duwe „Spiegelmarsch“präsentiert. Im Format eines Umzuges transformiert die Choreografie mit einer Komposition von Elisabeth Rosenthal und Andre Obermüller Bewegungsmuster des Militärs, von Spielmannszügen, Demonstrationen und Flüchtlingsbewegungen im öffentlichen Raum.

Dr. Gisbert Porstmann - Städtische Galerie im Landhaus

Foto: Disy

Wir sind ein Museum der Bürgerschaft,widmen uns der Kunst und Kultur, die in Dresden und der Region entstanden ist. Wir möchten den neutralen Blick jenseits der Marktmechanismen wahren, denn es gibt viele Kunstwerke, die gegenwärtig nicht in den Markt passen. Wir befördern diese Kunst.

 

Unsere bedeutende Jahresausstellung galt einem kunsthistorischen Schwergewicht der Stadt: „Otto Griebel. Im Panoptikum der Zeit“. Otto Griebel gehört zu den wichtigsten Dresdner Künstlern der 1920er Jahre und ist den meisten Dresdnern dennoch weniger durch seine Kunst als aufgrund seiner gesammelten Lebenserinnerungen „Ich war ein Mann der Straße“ bekannt. Unsere Sonderausstellung unternimmt den Versuch, Griebels Schaffen als Ganzes zu rekonstruieren. Ein Großteil seiner Werke ist der Zerstörung Dresdens 1945 zum Opfer gefallen. Trotzdem stellten wir eine opulente Auswahl von mehr als 100 Gemälden, Zeichnungen und grafischen Arbeiten aus der Zeit von 1914 bis 1971 vor.

 

Die nächsten Ausstellungen: Martin Mannig. folkfuturism vom 14. Oktober bis 14. Januar 2018 und Tony Franz SEND THEM TO US vom 28. Oktober bis 11.Februar 2018.

Dr. Erika Eschebach - Stadtmuseum

Foto: Disy

Das Landhaus steht für die Entwicklung und Geschichte der Stadt Dresden. Hier suchen wir immer wieder die Zusammenarbeit mit Partnerstädten und vergleichen Entwicklungen mit anderen Städten.

 

Das herausragende Projekt des Jahres ist der Kulturpalast und dessen kulturelle Bedeutung für Dresden. Allein der Standort im Zentrum macht ihn zu einem besonderen Bauwerk. Wir zeigen in einer Ausstellung die Geschichte von der Planung des Palastes, über deren Realisierung durch den Architekten Wolfgang Hänsch bis heute - inklusive der Umbauplanungen und deren Nutzung in der DDR und heute - bis 3. Oktober.

 

Noch bis 15.Oktober ist die Sonderausstellung DAS NEUE DRESDEN.Die Stadt im späten Kaiserreich auf Bildpostkarten zu sehen.In seltenen, zuweilen einmaligen Aufnahmen werden jene gewaltigen Veränderungen sichtbar, wie sie sich in der Vorkriegszeit vor allem an der Peripherie der wachsenden Metropole vollzogen haben. Ihre besondere Spannung bezieht die Bilderreise durch das moderne Dresden des frühen 20. Jahrhunderts.