„Ein Maskenball“ an den Landesbühnen

Foto: Marlies Kross

Tödliche Dreiecksgeschichte in Radebeul

 

König Gustav liebt die Frau seines besten Freundes und stürzt die Geliebte damit ins Unglück. Als die Affäre auffliegt, schwört sein Freund Rache – und der König wird Opfer einer Verschwörung, ganz so, wie es ihm die hellsichtige Ulrica prophezeit hat. Kein Zweifel: Verdis „Ein

Maskenball” gehört zu den mit- reißendsten und dramatischsten Werke der Opernliteratur.

An den Landesbühnen Sachsen in Radebeul steht das Stück jetzt auf dem Spielplan, in ei- ner Inszenierung von Sebastian

Ritschel.
Kaum jemand kann sich der Dramatik des Werkes entziehen und der

mitreißenden Kraft der Musik Verdis.
Die Inszenierung in Radebeul ist ordentlich: Der Fokus liegt hier in der Konstellation der komplexen Liebesgeschichte. Das Bühnenbild (Ausstattung: Barbara Blaschke) ist schlicht und modern, lässt Raum für die spannende Handlung. Einiges empfand ich als zuviel, auf dem Galgenberg braucht es nun wirklich keine baumelnde Leiche und auch das schnell wechselnde, farbige Licht mutete eher wie Disko an.
Ein Highlight in Radebeul ist Paul Gukhoe Song, der die Partie des Grafen von Ankarström mit strahlender, kraft- und ausdrucksstarker Stimme gestaltete. Stephanie Krones Sopran lässt in den Höhen etwas Wärme vermissen, Tenor Christian S. Malchow erschien nicht ganz sicher in der Technik. Auch im Orchester lief noch nicht alles rund – vielleicht war es der Premierenaufregung geschuldet.

 

Fazit: Sei’s drum: Die Radebeuler Inszenierung kann sich durch- aus sehen lassen.