Editorial Winter 2006
Liebe Leserin,lieber Leser,
der farbenprächtige Herbst neigt sich dem Ende zu, und nach dem Umstellen der Uhr auf die Winterzeit ist es abends jetzt schon früh dunkel. Es ist eine merkwürdige Zeit, die uns jetzt ins Haus steht. Auf der einen Seite werden die Tage immer kürzer, und man spürt einen natürlichen Drang, die Dinge langsamer anzugehen oder gar wie die Bären in Winterschlaf zu verfallen. Auf der anderen Seite aber erinnert uns der Kalender daran, dass Weihnachten vor der Tür steht – ein Datum, das bei den meisten Menschen nicht Besinnlichkeit, sondern Hektik auslöst.
Werde ich es dieses Jahr auch schaffen, alle Geschenke rechtzeitig einzukaufen? Was kann ich nur tun? Ich weiß einfach nicht, was ich meinem Liebsten schenken soll! Ob wir wohl wieder zu den Schwiegereltern müssen? Diesmal will ich aber nicht wieder an allen Tagen von morgens bis abends in der Küche stehen!
Es ist schon merkwürdig: Ausgerechnet Weihnachten müssen wir oft Dinge tun, die wir eigentlich nicht tun wollen. Diese lästigen Verpflichtungen!
Jedes herannahende Weihnachten gibt uns erneut die Chance, es anders zu machen. Rechtzeitig über Geschenke nachzudenken. Das Weihnachtsmenü etwas bescheidener ausfallen zu lassen. Nicht bis zur letzten Minute vor der Bescherung die Wohnung auf Vordermann zu bringen.
Vielleicht muss das Geschenk für den Liebsten gar nicht so opulent ausfallen, der Festschmaus nicht das Menü im Restaurant toppen und die Familie nicht wie eine Aktionärsversammlung mit der Gießkanne warm abgeduscht werden. Wahrscheinlich ist weniger mehr.
Die Natur nimmt sich im Winter zurück und ruht sich aus. Das sollten wir auch tun – und den ganzen wilden Aktionismus lieber durch ein wenig Muße ersetzen. Ein winterlicher Strandspaziergang, ein gemeinsam mit lesen verbrachter Abend, ein Spa-Besuch zu zweit, eine mit dem Kind
„verspielte“ Stunde – das ist es, was unser Leben wertvoll macht. Die kostbare Zeit, die wir einfach nur miteinander verbringen.
Herzlichst,
Ihre Diane Winkler













