Dresdener Weihnachtsmarkt – Ein Blick hinter die Kulissen

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Neben dem Dresdener Stollen ist der Striezelmarkt wohl der größte Dresdener Beitrag zur Weihnachtszeit. Aber wie sieht es eigentlich hinter den Kulissen des vielleicht bekanntesten Weihnachtsmarktes der Welt aus? Was muss geleistet werden, bevor die jährlichen 2,5 Millionen Besucher (darunter viele Prominente) aus dem In- und Ausland im Licht der Buden und Laternen über den Dresdner Striezelmarkt flanieren können?

Der Striezelmarkt ist ein Weihnachtsmarkt der Superlative. Zusammen mit dem Nürnberger Christkindlesmarkt und dem Frankfurter Christkindchesmarkt handelt es sich um den wichtigsten und meistbesuchten Weihnachtsmarkt der Bundesrepublik Deutschland. In seinem Zentrum steht die Hauptattraktion der hiesigen Vorweihnachtssaison: die mit 14,62 Meter Höhe weltgrößte erzgebirgische Stufenpyramide. Bereits vor 15 Jahren wurde selbige ganz offiziell in das Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen. Und den Haupteingang des Dresdner Striezelmarkts bildet ein großes Holztor, das als größter begehbarer erzgebirgische Schwibbogen ebenfalls einen Rekord für die Ewigkeit aufstellte. Aber irgendjemand muss diese Attraktionen und die vielen Buden und Deko-Elemente im Vorfeld ja erst einmal aufbauen. Und schnell muss es dabei gehen.

Die Pyramide wurde mithilfe zweier Kräne, eines hydraulischen Hubwagens und der schwindelfreien Monteure der Herstellerfirma aus Gahlenz innerhalb kürzester Zeit errichtet. Der Aufbau des Striezelmarkts ging nach einigen Querelen beim Aufstellen des diesjährigen Striezelmarktbaums außerordentlich zügig voran. Wenn aber Aufbauarbeiten in einem vergleichsweise kleinen Zeitfenster vonstattengehen müssen, ist der Sicherheitsaspekt doppelt wichtig. Und damit sind nicht nur Sicherungs- beziehungsweise Sicherheitsmaßnahmen gemeint. Auch die Ausrüstung spielt eine große Rolle. Unverzichtbar dabei: Arbeits- und Arbeitsschutzkleidung von Krähe oder vergleichbaren Anbietern. Für den Auf- und Umbau wurde auf dem betreffenden Areal ein etwa 410 Meter langer und zwei Meter hoher Bauzaun errichtet. Die Fußgänger mussten während dieser Zeit auf die umliegenden Fußwege ausweichen.

 

 

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In Dresden gibt es selbstverständlich noch viele weitere Weihnachtsmärkte. Außerdem wird der Striezelmarkt durch die in unmittelbarer Nähe gelegenen, jedoch offiziell nicht dazugehörigen Weihnachtsmärkte auf der Prager Straße, der Hauptstraße sowie die im Norden gelegenen Märkte ergänzt. Den größten baulichen Aufwand betreibt man allerdings unbestreitbar in der Stadtmitte, wo nicht nur die Pyramide, sondern auch das Riesenrad, das Etagenkarussell, rund 233 Hütten und die aufwendige Beleuchtung aufgebaut werden müssen. Für Besucher freigegeben ist der große, zentrale Weihnachtsmarkt seit dem 27. November. Der letzte Glühwein wird dann Heiligabend, also am Abend des 24. Dezembers, ausgeschenkt.

Was macht den Dresdener Weihnachtsmarkt so besonders?

Auf diese Frage gibt es eine ganz einfache Antwort: Die Dresdener Altstadt bietet einem Weihnachtsmarkt einfach den idealen Rahmen. Die Szenerie wird durch barocke Sakralbauten bestimmt. Darüber hinaus ist auch die Renaissance im Stadtzentrum Dresdens klar erkennbar. Besonders nach dem Wiederaufbau des Stadtzentrums und der Frauenkirche als inoffizielles Wahrzeichen hat sich Dresden den Titel „Elbflorenz“ mehr als verdient. Die Altstadt ist ohnehin das Zentrum des alltäglichen Stadtlebens und bietet den Besuchern viel Kunst, Kultur und gutes Essen. Feierlich und besinnlich wird es in Dresden auch im Rahmen der Weihnachtsmessen. Als Besucher sollte man, unabhängig von der eigenen Konfession, den außerordentlich schönen Dresdener Kirchen einen Besuch abstatten. Und auch der Weihnachtsmarkt selbst ist historisch interessant. Er geht zurück auf ein Privileg, das der sächsische Kurfürst anno 1434 ausstellte. Das ist gelebte sächsische Geschichte.