Dr. Friedemann Greiner Honorarkonsul von Ruanda

Seit Juli 2013 vertritt Dr. Friedemann Greiner den ostafrikanischen Binnenstaat Ruanda als Honorarkonsul im Freistaat Bayern. Zu seinen Aufgaben gehört es, den ruandischen bzw. deutschen Angehörigen des Landes Hilfe und Beistand zu leisten. "Ich kümmere mich um die Belange gegenüber staatlichen, kommunalen und anderen bayerischen Behörden", so der Konsul. Auch die Pflege und Herstellung von Kontakten zwischen Verantwortungsträgern und Politikvertretern fällt in seinen Aufgabenbereich. "Insbesondere die Entwicklung und Initiierung von Dialogmöglichkeiten und eigentlich alles, was den gesellschaftspolitischen, kulturellen, religiösen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Gedankenaustausch betrifft, gehört ebenfalls dazu. Mir liegt daran, Diskussionen anzustoßen, die der Weiterentwicklung Ruandas und seiner Bevölkerung zuträglich sind." Das ist keine leichte Aufgabe, denn das Land ist sehr arm und besitzt eine hohe Bevölkerungsdichte mit verschiedenen Ethnien. Gerade der Konflikt zwischen den Hutu und Tutsi, der 1994 in einem Völkermord endete, beschäftigt das Land auch heute noch. "Es ist ein schwieriger Weg zu mehr Stabilität und Sicherheit", erklärt Greiner. "Es geht darum, Interesse zu wecken für Afrika, für die Entwicklungschancen des geschundenen Landes Ruanda, dessen Vergangenheit und dessen Aufbruch in eine prosperierende Zukunft von uns Europäern viel zu wenig zur Kenntnis genommen wird." Die ruandische Gemeinde im Großraum München ist relativ klein. "Ich stehe mit dieser Gruppe in regelmäßigem Kontakt und werde zu deren Treffen eingeladen", so der Theologe. Dabei legt er auch kritische Töne an den Tag. "Ich sehe mein Amt als kritischer Begleiter eines Landes und seiner Bevölkerung, die einerseits alle Anstrengungen unternimmt, eine Erinnerungskultur mit Blick auf den Genozid zu schaffen, und andererseits einen enormen und kraftvollen Aufbruch wagt, um den Menschen der jungen Generation eine vielversprechende Perspektive zu bieten." Ihn und auch die Botschafterin des Landes stört es, dass in Deutschland die Sicht auf Ruanda auf den Völkermord begrenzt ist. Stattdessen sollten die Bemühungen des Landes, eine Zukunft in Sicherheit und Frieden zu schaffen, wahrgenommen werden. "Dazu einen kleinen Beitrag zu leisten, sehe ich als meine Aufgabe an."