Die innere Uhr

Foto: PR Dr. Nuwayhid

Dr. Marwan Nuwayhid ist landesweit bekannt als Experte für Schönheitschirurgie. Nebenbei ist er jedoch auch ein großer Freund der Uhrmacherkunst. Disy sprach mit dem Chirurgen über seine Begeisterung für filigrane Uhrwerke, wie es kam, dass er selbst zum Hobby-Uhrmachermeister wurde und warum eine Uhr auch ein Herz hat.

 

 

Als Chirurg ist bei Ihnen viel Feingefühl und Fingerfertigkeit gefragt. Sehen Sie Parallelen zwischen dem Inneren einer Uhr und eines Menschen? Nuwayhid: Ja, da gibt es tatsächlich viele Gemeinsamkeiten. Wenn man das Innenleben einer Uhr betrachtet, so hat es für mich die Ähnlichkeit mit einem menschlichen Körper. Auch eine Uhr hat ein Herz, welches ununterbrochen schlägt. Ein filigranes Uhrwerk hat auch einzelne Komponenten, die wie Organe aufeinander abgestimmt sind. Eine Uhr ist auch ein Kunstwerk für mich, ein mechanisches Kunstwerk. Der Körper ist ein Kunstwerk der Natur.

 

Besitzen Sie viele Uhren? Nuwayhid: Einige, die genaue Zahl weiß ich nicht, weil ich viele alte Uhren zum Übungszweck kaufe. Aber ich besitze für jeden Anlass und jede Situation die richtige Uhr. Zu meinen Favoriten gehört Glashütte Original. Denn aus Glashütte kommen Spitzen-Uhren und ohnehin bin ich sehr regional verbunden.

 

Nach welchen Kriterien suchen Sie sich eine Uhr aus? Nuwayhid: Eine Uhr muss anlassbezogen sein, außerdem elegant und dezent sein. Mir sind zwei Dinge wichtig: Zeit und Datum. Eine Uhr ist für mich ein Gebrauchsgegenstand und Kunstwerk zugleich. Sie lebt und dementsprechend gehe ich mit der Uhr auch um.

 

Ihre Uhren veredeln Sie selbst. Wie kam es dazu? Nuwayhid: Ich habe als Mediziner Anatomie gelernt. Irgendwann reichte es mir nicht, eine Uhr zu tragen, ich wollte deren Aufbau verinnerlichen. Dafür habe ich Uhrmacher-Seminare und zahlreiche Uhren- Ausstellungen besucht. Zuhause habe ich anhand günstiger Uhren geübt und danach eine Uhr selbst veredelt. Das Innere der Uhr wurde geschliffen, vergoldet und aufpoliert. Für die ganze Prozedur habe ich zwei Tage gebraucht. Seitdem habe ich eine besondere Beziehung zu dieser Uhr.

 

Die Uhrmacherkunst erfordert eine ganz bestimmte Affinität. Wo sehen Sie eine Parallele zu Ihrer Arbeit? Nuwayhid: Ich bin ein Ästhet, das ist der Schwerpunkt dieser Leidenschaft. Ich entdeckte diese Charaktereigenschaft erst spät an mir, aber dennoch habe ich mittlerweile Einiges gesehen. Irgendwann habe ich mich dabei ertappt, dass ich bei Aufnahmen vor und nach der OP penibel darauf geachtet habe, was im Hintergrund auf den Bildern zu sehen war. Trotz bester Darstellung der Befunde, waren mir die Bilder nicht ausreichend. Bei mir musste alles stimmig sein. Auch bei meinen Patienten bewertete ich immer, wie diese zuvor bei anderen Schönheitschirurgen behandelt wurden. Ich merkte, dass ich eine eigene ästhetische Anschauung habe. Diese Leidenschaft für die Schönheit habe ich weiter gefördert. Der menschliche Körper ist für mich eine ästhetische Figur. Ich schaue auf Teile des Körpers, wie auf eine Schöpfung der Natur, in all seiner Schönheit. Bei der Betrachtung müssen bei mir die Körperlinien einfach passen. Dabei muss man nicht überm..ig schlank, wuchtig oder muskulös sein.