Die Zeit zurückdrehen

Mit Ulthera kam kürzlich eine neuartige Ästhetik-Therapie auf den Markt, die zudem noch vielfältig einsetzbar ist. Dr. Katrin Lossagk, Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie bei Ästhetik in München, verrät im Disy-Interview, warum die deutschen Frauen in puncto Facelifting von den Asiatinnen lernen können und wie die Methode als Schweißdrüsentherapie eingesetzt wird.

 

Was genau ist Ulthera?

Dr. Lossagk: Es ist ein nicht-chirurgisches Facelifting, offi ziell von der FDA zugelassen und von Merz Pharma gekauft. Es läuft seit Jahren erfolgreich in den USA und Asien. Der springende Punkt ist: Es hat seine Grenzen. Mit einem chirurgischen Eingriff kann ich das Gewebe mehr anziehen. Ulthera ist nicht dazu gedacht, das Gesicht einer 60-Jährigen wieder jung und frisch aussehen zu lassen. Der Trick ist, mit kontinuierlichem Facelifting früher anzufangen. 

 

In welchem Alter? 

Dr. Lossagk: Wie es richtig geht, zeigen viele asiatische Frauen. Die fangen mit Ende 20 an und bauen sich mit Ulthera immer wieder das Kollagen auf, ab 40 dann vielleicht alle fünf Jahre. Dadurch drehen sie ihre Zeit immer ein Stück zurück und sehen mit 60 deutlich jünger aus. Es ist eine Prävention gegen das Altwerden. Ein Facelifting-Chirurg wird nie sagen, dass 60 oder aufwärts das beste Alter für das Facelifting ist, sondern spätestens mit 38. Aber in dieser Hinsicht sind die Deutschen noch etwas träge.

 

Obwohl die Logik einleuchtet. Bleibt man dadurch länger ästhetisch? 

Dr. Lossagk: Das Gesicht bleibt auf natürlicherem Wege jünger. Ich bekomme ja die Zeit quasi gutgeschrieben, wenn ich mich mit 45 fünfzehn Jahre jünger mache. Ich hatte einmal eine Patientin hier, die war 70 und schon dreimal geliftet. Sie sah toll aus, aber man darf nicht vergessen, dass der Hals nicht so gut geliftet werden kann, ebensowenig die Hände, die Arthrose, der Gang. Irgendwann stößt man sich an diesem Anblick: ein schönes glattes Gesicht, aber den Rest einer alten Frau. Das fällt noch mehr auf, als wenn sie einfach Falten hätte, wie eine 70-Jährige.

 

Was kann Uthera noch? 

Dr. Lossagk: Es gibt eine Schweißdrüsentherapie, geeignet für Leute, die viel schwitzen. Dort gab es bisher nur die Möglichkeit der Botoxtherapie, aber das ist extrem teuer, 1200 Euro im Jahr. Oder wir haben sie abgesaugt, aber das ist sehr schmerzhaft, macht Narben und man kommt nie auf ein hundertprozentiges Ergebnis. Ulthera ist hochfokussierter Ultraschall, der zwei Strahlen aussendet und in der Mitte knapp 70 Grad Wärme entstehen lässt. So werden die Schweißdrüsen einfach zerstört, während die Haut unberührt bleibt. Obendrein ist es schmerzfrei. 

 

Klingt nach der besten Alternative für Schweißdrüsentherapie. 

Dr. Lossagk: Es gibt noch keine Langzeitergebnisse, weil diese Variante noch nicht allzu lange auf dem Markt ist. Aber Kollegen, die das schon länger praktizieren, sagen, dass es die besten Ergebnisse liefert. 

 

Wie viele Behandlungen braucht es dafür?

Dr. Lossagk: Oft reicht circa eine halbe bis eine ganze Stunde, aber um auf Nummer sicher zu gehen, empfehle ich nach einem Monat eine Nachbehandlung. Das Ergebnis ist dafür zeitlebens. 

 

Was zahlt man dafür?

Dr. Lossagk: Eine Behandlung kostet 1.800 Euro.