Die Terrakottaarmee erobert Dresden

Mit der Ausstellung „Die Terrakottaarmee & das Vermächtnis des Ewigen Kaisers“ ist eine der größten archäologischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts vom 12. Mai bis zum 17. September 2017 zu Gast in der Zeitenströmung in Dresden. Mehr als 250 Exponate, darunter 150 originalgetreue, künstlerisch meisterhafte Repliken der Terrakottafiguren, versetzen den Besucher zurück in die Zeit des ersten Kaisers von China, der sich vor mehr als 2200 Jahren mit einer gigantischen Grabanlage nahe der Stadt Xi’an ein Denkmal für die Ewigkeit setzte.

„Nicht die Terrakottaarmee alleine, sondern sämtliche Funde aus der Grabanlage von Qin Shi Huang Di (259-210 v. Chr.) sind faszinierend und in ihrer archäologischen, kunst- und kulturhistorischen Bedeutung nicht hoch genug einzuschätzen“, sagt Kuratorin Jaana Klumpp. Darum stehen die Tonkrieger in ihrer beeindruckenden Armeeformation zwar im Mittelpunkt der Ausstellung, der Besucher taucht dank vieler weiterer Exponate, Modelle, Filme und Bilder jedoch tief in die Zeit der sieben streitenden Reiche, das Leben des Ewigen Kaisers und die Geschichte des alten Chinas ein.

 

„Meine Lieblingsfiguren sind die Bronzevögel“, sagt Jaana Klumpp, die froh ist, die wertvollen Exponate in der Ausstellung zeigen zu können, an denen sie selbst insbesondere die Liebe zum Detail bewundert. Mehr als 40 lebensechte Darstellungen von Enten, Gänsen und Kranichen wurden in der Grabanlage bislang entdeckt, die ursprünglich in einer Art kaiserlichem Naherholungs- oder Jagdgebiet entlang einer künstlichen Bachlandschaft aufgestellt waren. Dort wurden auch lebensgroße tönerne Musikerfiguren gefunden. Überhaupt wurden in Xi’an nicht nur die berühmte, mehr als 8.000 Mann starke, Terrakottaarmee mit ihren Bogenschützen, Offizieren, Infanteristen, Kavalleristen und Schlachtrössern gefunden, sondern weitere in Ton verewigte Figuren aus dem täglichen Leben am Kaiserhof wie Beamte oder auch Akrobaten. Auch diese sind wie die Terrakotta-Krieger lebensecht dargestellt, besitzen individuelle mit hoher Kunstfertigkeit ausgestaltete Gesichter und waren aufwendig bemalt. Die Artisten, die nur mit einem Lendenschurz bekleidet sind, unterscheiden sich darüber hinaus jeweils in ihrer Statur von stämmig bis zierlich und sind in ihrem Körperbau mit Muskeln, Knochen und Sehnen ungemein detailliert dargestellt. In der Ausstellung veranschaulichen Modelle und Texte die genaue Lage und Fundsituation der einzelnen Exponate und vermitteln einen plastischen Eindruck von den gigantischen Ausmaßen des Mausoleums. Zu sehen sind unter anderem hochwertige Repliken der Bronzevögel, die den Originalen in ihrem Detailreichtum in nichts nachstehen.

 

In einem weiteren Bereich der Ausstellung veranschaulichen ein Brennofen sowie ein riesiges Schaubild den Herstellungsprozess der fragilen Terrakotta-Figuren – vom Ton, über das Brennen bis hin zur liebevollen individuellen Ausgestaltung von Gesichtern, Kleider- und Rüstungsdetails sowie die Bemalung der mit 180 Zentimeter Höhe für damalige Verhältnisse überlebensgroßen Krieger. Jede Figur besteht aus bis zu sieben Einzelteilen, die innen hohl sind und beim Brennen zusammengefügt wurden – bis auf den Kopf, der bei allen Figuren lediglich aufgesetzt ist. So wurden die Terrakottakrieger vor mehr als 2000 Jahren gefertigt und auch die Herstellung der Replikate, die in der Zeitenströmung zu sehen sind, erfolgte in der gleichen Form wie zur Zeit von Qin Shi Huang Di. „Unsere Replikate sind von Handwerkern aus Lintong direkt neben der Grabanlage in uralten Brennöfen mit Material aus den selben Lehmgruben der Originale mit der gleichen handwerklichen Kunstfertigkeit gefertigt und damit ist jedes für sich ebenfalls ein einmaliges Original“, sagt Jaana Klumpp. Die fragilen Originale, die allesamt zerbrochen in dutzende Einzelteile gefunden und von den Restauratoren vor Ort in einer wahren Sisyphusarbeit zusammengesetzt wurden, sind viel zu wertvoll, um sie den Strapazen auszusetzen, die der Transport sowie der regelmäßige Auf- und Abbau einer Wanderausstellung mit sich bringt. Im Unterschied zur Original-Terrakottaarmee in China kann man in der Ausstellung auch einige Figuren in ihrer ursprünglichen Bemalung sehen und bekommt so einen Eindruck von der immensen Farbpracht, die von der Terrakottaarmee zu ihrer Zeit ausgegangen sein muss. Einen weiteren Eindruck von der Mode im alten China und deren Farbigkeit vermittelt eine Sonderschau am Ende des Ausstellungsrundgangs mit Kleidern aus verschiedenen Kaiser-Dynastien.

 

Darüber hinaus geben originalgetreue Rekonstruktionen von Waffen, Rüstungen, Bronzegespannen sowie ein großer Streitwagen Einblick in die Kriegsstrategien der damaligen Zeit und aktuelles Film- und Bildmaterial vermittelt einen plastischen Eindruck des derzeitigen Forschungsstandes in den einzelnen Grabungsfeldern in Xi’an und rekonstruiert die Lebensgeschichte von Qin Shi Huang Di, der ab 230 v. Chr. in mehreren Feldzügen die sieben streitenden Reiche unterwarf, die damals um die Vorherrschaft in China kämpften.

 

Qin Shi Huang Di, was übersetzt „Erster erhabener Gottkaiser von Qin“ heißt, wurde im Jahr 259 v. Chr. als Ying Zheng geboren und war der Sohn des Königs des Qin-Reiches. Das Qin-Reich war damals das größte und wohlhabendste der sieben Reiche, die um die Vorherrschaft im heutigen China stritten. Bereits im Alter von 13 Jahren bestieg Ying Zheng nach dem Tod seines Vaters den Thron und übernahm 238 v. Chr. auch offiziell die Staatsgeschäfte. Nach dem Sieg über alle Feinde ließ sich Ying Zheng ab 221 v. Chr. Qin Shi Huang Di nennen und begründete damit den Beginn des chinesischen Kaiserreiches, das erst mit der Abdankung des letzten Kaisers Aisin Gioro Puyi am 12. Februar 1912 endete.

 

Bereits kurz nach der Krönung von Qin Shi Huang Di begannen die Arbeiten an seiner gigantischen Grabanlage. Wissenschaftler gehen davon aus, dass an dem Bau mehr als 700.000 Arbeiter, ehemalige Soldaten und Sklaven und Kriegsgefangene aus allen Teilen Chinas beteiligt waren. Das Mausoleum des ersten Kaisers von China ist einer der weltgrößten Grabbauten und bildet den Hofstaat sowie das gesamte Lebensumfeld des zu seiner Zeit mächtigsten Mannes der Erde ab. Seit 1987 gehört die Grabanlage des Ewigen Kaisers zum UNESCO-Weltkulturerbe. Entdeckt wurde die Terrakottaarmee, die man ohne Zweifel in die Liste der Weltwunder einreihen kann, erst im Jahr 1974, als Bauern aus der chinesischen Provinz Shaanxi beim Bau eines Brunnes durch Zufall auf die Tonscherben einer zerbrochenen Armee-Figur sowie Pfeilspitzen und Waffen stießen. Bis heute ist erst ein kleiner Teil der gewaltigen Grabanlage, die sich über ein 56 Quadratkilometer großes Areal erstreckt, archäologisch erschlossen. Die Grabkammer von Qin Shi Huang Di ist jedoch bis heute ungeöffnet.

 

Auf die Besucher der Ausstellung wartet ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit vielen weiterführenden Informationen und attraktiven Vorträgen. Auf die kleinen Besucher – die Ausstellung ist für Kinder ab sechs Jahren geeignet – wartet ein spannendes Kinderferienprogramm in Zusammenarbeit mit dem Studio für chinesische Kultur in Dresden „Shudao“, mit vielen tollen Mitmachaktionen.


Die Terrakottaarmee & das Vermächtnis des Ewigen Kaisers

Termin: 12. Mai 2017 bis 17. September 2017

Ort: Zeitenströmung Dresden, Königsbrücker Str. 96, 01099 Dresden

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Tickets: Eintrittskarten gibt es ab sofort im Vorverkauf bei E-Tix und Eventim sowie ab dem 12. Mai an der Tageskasse

Weitere Informationen zur Ausstellung unter www.terrakottaarmee.de 

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