Die schönste Reise des Lebens

Urlaubsidylle: Eigener Überwasserbungalow, weißer Sandstrand, palmengesäumte Ufer und eine schattige Hängematte zum Träumen – das Flitterwochenparadies! (Foto: Jörg Ehrlich, DIAMIR Erlebnisreisen)

Die Flitterwochen

 

Traumhafte Superlative sollen es sein, der schönste Strand, der exklusivste Service, den man sich vorstellen kann, oder auch nur der entlegenste, einsamste Winkel der Welt. Jeder denkt da sicher als erstes an die Südsee, das Paradies auf Erden, geflügelte Worte wie „Bora Bora“ und einen eigenen über dem türkisfarbenem Wasser schwebenden Bungalow.

 

Flitterwochen = Hochzeitsreise: Was liegt näher als bei diesem speziellen Reisethema einen Experten zu fragen, der fast die ganze Welt gesehen hat und bereits sicher eine Vielzahl an Hochzeitsgästen auf die „Reise des Lebens“ geschickt hat. Jörg Ehrlich, Geschäftsführer bei DIAMIR Erlebnisreisen, steht uns Rede und Antwort.

 

Was sind denn die häufigsten Reisewünsche der Hochzeitspaare, die sich bei Ihnen beraten lassen?

Ehrlich: In der Tat, der erste Gedanke ist wohl am häufigsten die Südsee, Bora Bora oder auch Fiji, die traumhaften Strände, das türkisfarbene Wasser, die Unbeschwertheit, alles das, was man sich für Flitterwochen eigentlich wünscht. Doch meistens kommt es dann doch ganz anders…

 

Vielleicht sollten wir auch anders fragen: Wohin gehen denn die Hochzeitsreisen, wie lange vorher sollte man eine solche Reise planen?

Ehrlich: Neben Tahiti sind vor allem immer wieder Afrika und die Trauminseln im Indischen Ozean sehr gefragt. Das liegt natürlich an der verhältnismäßig schnellen Erreichbarkeit und am hohen Bekanntheitsgrad der Inseln Malediven, Seychellen und Mauritius. Natürlich bekommt man auch hier wunderbares Wetter, idyllische Strände und einzigartige Unterkünfte, wie man es sich eben für eine Harmonie in Zweisamkeit wünscht. Das kann ich uneingeschränkt empfehlen. Aber neben den vielen Traumstränden im Indischen Ozean ist vor allem eben auch Sansibar als bekannte aber auch günstige Alternative eine Empfehlung! Gerade wenn es sich eher nur um zwei Wochen handelt und das Budget sensibel ist, kann ich beispielsweise die Bahari View Lodge an der Ostküste besonders als Preistipp empfehlen!

 

Über Geld spricht mal ja eigentlich nicht, aber in diesem Fall, geben Sie uns doch bitte einmal ein paar grobe Richtwerte, mit welchen Kosten die Paare rechnen sollten.

Ehrlich: Nach oben sind ja praktisch keine Grenzen gesetzt. Und in der Tat, es kommen auch häufig Paare mit einem Budget jenseits der 20.000 Euro auf uns zu. Mit so einem Reiseportemonnaie kann man natürlich schon 10 Tage auf Bora Bora planen, aber wahrscheinlich noch nicht in der Business-Class anreisen. Auf der anderen Seite kann ich Sansibar schon wirklich empfehlen. Hier bekommt man sicher auch zweiwöchige Flitterwochen am Traumstrand von Jambiani für unter 5.000 Euro geboten, und das auch mit Meerblick, einem Strand, der keine 100 m vor dem eigenen Balkon entfernt liegt, Schatten spendenden Palmen, ruhiger Lage mit freiem Blick etc.

 

Wann sollte man denn mit der Planung einer solchen Reise beginnen?

Ehrlich: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Planung einer Hochzeitsreise schon auch eine Weile hinziehen kann. Zunächst einmal müssen wir uns einen ersten Überblick über die Wünsche des Brautpaares verschaffen, den Zeitraum und die Dauer der Reise besprechen und die Ansprüche an die Unterkünfte abklären. Einige wirklich entlegene und kleine Hotels oder Lodges haben vielleicht nur vier Zimmer. Da ist schon die Verfügbarkeit eine ernsthafte Frage. Oder wenn es total exklusiv sein soll: Unterkünfte, wie das Manta Resort auf bzw. vor Sansibar schwimmend, wo man in einem eigenen Unterwasserzimmer nächtigt, sollte man schon ein Jahr im Voraus buchen. Aber zugegeben, in so einem einzigartigen Zimmer verbringt man dann vielleicht nur zwei Nächte der Flitterwochen, aber es sind diese Wow-Erlebnisse, die dann ein ganzes Leben lang in Erinnerung bleiben. Und genau das ist aus meiner Sicht das Unvergessliche, das Einzigartige, das wirklich Spezielle an einer Hochzeitsreise. Und hier unterscheidet sich dann eben auch der Service schon bei der Planung einer ganz besonderen Reise.

Fotos: Manta Resort, Rocky Mountain Holiday Tours, Ecuador Galapagos Travels, Jörg Ehrlich, DIAMIR Erlebnisreisen

Wirklich, es gibt also nichts, was man sich nicht vorstellen kann. Haben Sie denn weitere, wirklich unvergessliche Reisetipps für die ultimative Hochzeitsreise?

Ehrlich: Ich denke, hier haben wir in über 100 Ländern der Erde ein so üppiges Angebot an herausragenden Unterkünften, an einzigartigen Naturerlebnissen, da fällt es sehr schwer, einfach mal so etwas zu empfehlen. Aber wie wäre es denn mit einer Reise rund um die Welt. In den USA kann man beispielsweise mitten in der Wüste von Utah auch ein edles Hotel in absoluter Ruhe erleben. Das Amangiri ist zurzeit das wohl teuerste Hotel der USA. Eine Empfehlung... Wenn wir schon auf dem amerikanischen Kontinent sind, dann kann ich auch etwas abenteuerlichere Ziele für eine Hochzeitsreise empfehlen. Wie wäre es, die Flitterwochen gemeinsam mit zehntausenden Pinguinen auf einer Antarktiskreuzfahrt nach Südgeorgien zu verbringen? Dabei muss es gar nicht die Suite des Kreuzfahrtschiffes sein. Ein einfaches Zimmer würde schon reichen, denn die wirklichen Traumerlebnisse genießt man dann an Land bei den Pinguinen... Ein weiterer echter Geheimtipp: Man kann die Antarktis auch wunderbar mit Tahiti und Bora Bora kombinieren. Wirklich! Die Reise würde über die chilenische Osterinsel führen, auch ein echt exklusives Reiseziel. Etwas nördlicher im Pazifik befinden sich die Galapagosinseln, ein Traum zur Tierbeobachtung. Hier haben seit Jahrhunderten die Tiere die Scheu vor dem Menschen abgelegt und so erlebt man Tierbeobachtungsmöglichkeiten, wie an keinem anderen Ort der Welt. Auf einem traumhaften Katamaran könnte man zwei wunderbare Flitterwochenverbringen. Wäre das nicht eine einzigartige Urlaubsidee?

Ein Traum: Schlafen unter dem Sternenhimmel der Namibwüste in Namibia.
Eine Trauminsel im Malawisee – verspricht bestes Wetter und ist ein idealer Abschluss einer Safari in Sambia, Tansania oder Botswana. Hier verbrachte der Autor seine eigenen Flitterwochen.

Kann man denn auf Wunsch auch gleich in der Antarktis oder auf Galapagos heiraten?

Ehrlich: Das Heiraten im Ausland ist doch etwas komplizierter, denn es existieren in den einzelnen Reiseländern natürlich verschiedene Vorgaben. Die meisten Paare heiraten aber wirklich eher zu Hause in Deutschland und gehen vielleicht eine Woche nach der Feier auf große Hochzeitsreise. Manche Paare reisen auch direkt nach der Feier am nächsten Tag los. Das würde ich aber nicht unbedingt empfehlen. Die wohl schönste Urlaubsreise des Lebens sollte doch in Ruhe und Muse begangen und ab dem ersten Moment genossen werden, oder?

 

Können sie denn eine Hochzeitsreise mit der gesamten Hochzeitsgesellschaft empfehlen und wie kann man so eine komplexe Logistik organisieren?

Ehrlich: Es ist natürlich traumhaft, wenn man die komplette Familie und die engsten Freunden zur Hochzeit in ein Traumland einladen kann. Es kommt leider sehr selten vor und ist sicher auch eine Budgetfrage. Aber prinzipiell ist das vorstellbar. Gerade Reisen in Städte „von Welt“ wie Kapstadt oder New York, London oder Sydney sind dafür relativ beliebt. Kapstadt ist aus meiner Erfahrung eine echte Perle, da kann man schon auch mal wirklich eine Hochzeitsreise mit der ganzen Familie einplanen. Ein Boutique-Hotel in Camps Bay wie das „Sea Star Rocks“ mit 5 Sternen komplett anzumieten, kann ich nur empfehlen. Und bei diesen Zielen ist dann auch die Anreise für ein Reisebüro einfacher zu organisieren, als in entlegenen Orten.

Sicher haben aber auch gerade die entlegenen Orte einen speziellen Reiz für ein paar ruhige Tage in Zweisamkeit. Was sind denn so die einsamsten Plätze, die Sie als Hochzeitsreise empfehlen können?

Ehrlich: Namibia ist traumhaft und auch schnell zu erreichen. Ob es mitten in der Wüste ein Zeltcamp ist, wie die Wolvedans-Lodge zum Beispiel, oder eher einfach, ja spartanischer im Namib Dune Star Camp – es hat einfach einen einzigartigen Reiz: Mitten in der Wüste nur von den Sternen am Himmel bedeckt – wäre das nicht ein idealer Ort für eine unvergessliche Hochzeitsreise? Oder soll es vielleicht doch eher ein Erlebnis mit Löwe, Elefant & Co. auf der Hochzeitsreise sein? Dann würde ich natürlich das Okavango-Delta in Botswana empfehlen! Da kann man beispielsweise im Camp Stanley mit Elefanten auf Tuchfühlung gehen und einen privaten Infinity-Pool genießen.

 

Hand aufs Herz, bei so vielen unglaublich schönen Zielen für eine Hochzeitsreise, wo haben Sie denn Ihre eigenen Flitterwochen verbracht?

Ehrlich: Also wenn Sie es genau wissen möchten: Ich war auf Safari in Sam-bia und habe gemeinsam mit meiner Frau täglich Pirschfahrten unternommen. Wir hatten in verschiedenen Unterkünften die Private Suite gebucht und uns für den Abschluss etwas Elegantes vorgenommen – Kaya Mawa, eine kleine Insel mitten im Malawisee und natürlich mit privatem Strand, eigenem Pool und fantastischem Essen direkt am Strand.

 

Bei so traumhaften Hochzeitsreisen kommt ja zwangsläufig der Gedanke auf, ob man denn nicht auch ohne diesen Anlass auf Hochzeitsreise gehen „darf“?

Ehrlich: Natürlich prüfen wir die Ernsthaftigkeit der Hochzeitsreise nicht wirklich. Im Prinzip darf jeder Gast gern jedes Jahr aufs Neue auf Hochzeitsreise gehen. Es gibt doch den Spruch „Das Leben ist viel zu kurz, um schlechten Wein zu trinken!“ – in diesem Sinne kann ich jedem glücklichen Paar nur zuratenzuraten, so oft wie möglich erneut auf Flitterwochen zu gehen. Es ist die schönste Zeit des Lebens…

Wenn das kein Traumzimmer ist – zwar nur ein Zelt, aber zum Genießen der Wüste offen nach allen Seiten.
Vormittags mit einem offenen Geländewagen auf Pirschfahrt zu Elefant & Co…
Der eigene Infinitypool direkt auf dem Balkon mitten im Okavango-Delta. Wenn das nichts Exklusives ist, was dann?

Über Jörg Ehrlich:

Jörg Ehrlich ist Mitgründer und Geschäftsführer von DIAMIR Erlebnisreisen in Dresden. Seit 17 Jahren bereist er die Welt auf abenteuerlichen oder luxuriösen Wegen, um im Anschluss direkt aus erster Hand Reisegäste in seinem Dresdner Büro beraten zu können. Ob Luxusinsel auf Tahiti oder einsames Wüstencamp in Namibia, Eisbrecher in der Antarktis oder doch spartanische Zeltübernachtung im Himalaya, Jörg Ehrlich und seine Kollegen kennen sich aus und beraten Reiseinteressenten in der Reiselounge in Dresden.

Hochzeitsbräuche weltweit!

Ein kleiner Einblick über Traditionen und Rituale zur Hochzeit, zusammengetragen von Lutz Scharf, Reiseexperte bei DIAMIR Erlebnisreisen in Dresden.

Ob Polterabend, Brautentführung, Holzstammsägen oder Brautstraußwurf – allesamt Hochzeitsrituale, die ein Jeder kennt und im besten Falle auch schon erlebt hat. Doch wie steht es eigentlich um Hochzeitsrituale in anderen Kulturen? Hier eine kleine Reise durch die Welt der Hochzeitsrituale:

Die weinenden Tujia-Frauen: In der südwestchinesischen Provinz ist es Sitte, dass die Bräute 30 Tage vor der Hochzeit tagtäglich eine Stunde weinen. Zehn Tage später unterstützt die Mutter der Braut ihre Tochter beim täglichen einstündigen Weinritual. Nochmals 10 Tage darauf wird aus dem Duo durch das Beiwohnen der

Großmutter ein heulendes Trio. Doch weder Trauer oder Ängste vor dem neuem Lebensabschnitt sind die Gründe. Ganz im Gegenteil – Weinen gilt bei den Tujia als Ausdruck von Freude und tiefgründiger Liebe!

Bitte nicht freundlich: Hochzeiten im Kongo sind eine ernste Angelegenheit. Um den Ernst der Sache deutlich zu machen, ist es dem Brautpaar während der Hochzeitsfeier nicht gestattet zu lachen. Gleiches gilt übrigens auch für das Hochzeitsfoto…

Hochzeitsterminfindung auf Mongolisch: Um den Hochzeitstermin festzulegen, muss bei den mongolischen Daur das angehende Hochzeitspaar gemeinsam ein Huhn schlachten. Das Datum der Ehe wird dann durch das Erscheinungsbild der Leber vorausgesagt. Bleibt zu hoffen, dass das Huhn kein Alkoholiker war…

Küssen erlaubt – die schwedischen Knutschgäste: Wenn bei einer schwedischen Hochzeit der Bräutigam den Festsaal verlässt, ist es allen anwesenden Männern erlaubt, die Braut zu küssen. Gleiches gilt übrigens auch für den Bräutigam und die weiblichen Gäste, sobald die Braut den Saal verlässt.

Gespuckte Segenswünsche in Kenya: Während traditionellen Hochzeitszeremonien bei den Massai spuckt der Brautvater Milch auf Kopf und Brust der Braut, um ihr den Segen für den weiteren Lebensabschnitt zu geben. Im Anschluss wird sie von ihrem Vater zum Hof der Schwiegereltern begleitet, darf sich auf dem Weg dorthin aber nicht gen alte Heimat umdrehen. Tut sie es doch, würde sie sofort versteinern.