Der schönste Platz von Paris

Disy-Chefin Anja K. Fließbach kennt die luxuriösesten Plätze der Welt. In unserer Disy-Serie über die besten Suiten von Europa besuchte sie dieses Mal das Mandarin Oriental Paris. Ihr Urteil ist klar. Die Royal-Mandarin-Suite (20.000 Euro/Nacht), dazu die Küche von Zweisterne-Koch Thierry Marx und der exzellente Service lassen nur eine Bewertung zu: die 251 rue Saint-Honoré ist ein Place to be für Jeden, der meint, sich ein Luxusleben verdient zu haben. Lesen Sie ihren Bericht über einen stilvollen Aufenthalt.

 

Warum fährt man nach Paris? Man sucht Stil, Kultur, Kunst, Mode, Genuss und Liebe. Das Eine findet man im Louvre, das andere in den Stores von Louis Vuitons, Armani und Co, es gibt Sternerestaurants und die Romantik entsteht zu Zweit an der Seine oder ganz oben auf dem Eifelturm. Es gibt aber auch einen Platz in Paris, einen ganz besonderen, der all das, was Paris ausmacht, vereint: 251 rue Saint-Honoré.

 

Ein Fahrer holt uns vom Bahnhof Paris Est ab. Er steht mit Namensschild am Bahnhof. Die Fahrt ins Hotel ist entspannt. Man erwartet uns an der Rezeption. Ohne nach unseren Namen zu fragen, weiß Jeder Bescheid. Während wir ein Glas Champagner in den edlen Sesseln genießen, wird die Kreditkarte eingelesen und Formulare ausgefüllt. Die zuständige Guest Relation Managerin bringt uns nach oben. Das Einchecken übernimmt sie, während wir in unserem bequemen Sofa sitzen, eine Unterschrift, fertig. Während wir uns unterhalten, hockt sie vor uns. Dass ich ihr einen Platz anbiete, ignoriert sie. Als ich das Trinkgeld aus meiner Tasche hole, verschwindet sie rasch und wünscht von der Tür einen schönen Aufenthalt.

 

Etwas später führt man uns durch die herrliche Royal-Mandarin-Suite, zeigt und erklärt uns die Details. Die Suite befindet sich in der obersten Etage des Hotels und bietet eine herrliche Panoramaaussicht auf Paris. Die Suite mit versetzten Ebenen, die vom opulenten Stil der 1930er-Jahre inspiriert wurde, ist ganz in Gold, Weiß, Beige und Pflaume gehalten. Maßgefertigte Möbel und Kunstwerke, wie die Treppe mit Guilloche-Verzierung und ein besticktes Kopfteil mit Kunstwerken des legendären Fotografen Man Ray, sorgen für einen atemberaubenden Effekt. Die Suite umfasst ein großes Wohnzimmer, ein Esszimmer, eine Küche, eine Bar, ein Arbeitszimmer und ein eigenes Fitnessstudio, sowie ein großes Hauptschlafzimmer. Besonders bemerkenswert ist das luxuriöse angrenzende Badezimmer mit goldenen Cabochons auf dem Boden, einem Dampfbad und einer extragroßen Badewanne, von der aus man genauso wie von der atemberaubenden Terrasse der Suite eine herrliche Aussicht auf die Stadt genießt. Es ist einfach schön. Ich liebe Badewannen mit Blick. Hier schaut man genau auf den Eifelturm. Wenn das kein USP ist.

 

Natürlich nutzen wir den ersten Abend für einen Spaziergang. Das Hotel ist einfach perfekt im Herzen des Pariser Haute-Couture-Viertels gelegen. Das Mandarin Oriental Paris befindet sich in der Rue Saint-Honoré, ganz in der Nähe des Place Vendôme. Wir treten aus der Tür, gehen vorbei an den dezent grüßenden Concierges und befinden uns mitten in einem der angesagtesten Stadtviertel der Welt. Das Fünf-Sterne-Hotel ist von Designerboutiquen umgeben, alles ist hell erleuchtet, die Passanten sind ein Abbild der angesagten aktuellen Mode. Polizisten und Sicherheitskräfte stehen dezent und aufmerksam im Hintergrund, die Atmosphäre ist modern, lebhaft, luxuriös. Es riecht nach Erfolg und edlen Parfüms. Man fühlt sich sicher, wohl und am richtigen Platz. Hier ist das Leben schön. Auch viele Sehenswürdigkeiten sind vom Hotel aus entspannt zu Fuß zu erreichen: der Louvre, Vendôme, die eleganten Tuilerien, die Opéra Garnier, die Champs Ellisey und natürlich die Seine. Man ist mitten drin und voll dabei. Fühlt sich trotzdem nicht als Tourist, sondern als Teil des Pariser Lebens im 1. Arrondissement.

 

Nach einem Besuch in der Buddha Bar (die kreativen Sushi muss ich einfach haben, wenn ich in Paris bin), freuen wir uns auf unser Hotel, das nur ein paar Straßen weiter ist. Wieder einmal sind wir begeistert von der Lage des Mandarin Oriental. Auch das ist Luxus in Paris, so viel zu Fuß erreichen zu können.

 

In der Suite sind die Kopfkissen und Bettdecken aus Gänsedaunen, die luxuriöse Bettwäsche ist von Josephine Home. Zweimal täglich kommt der Reinigungsdienst, Mineralwasser ist im abendlichen Turndown-Service inbegriffen. Neben solchen Details wie einer Nespresso-Kaffeemaschine, Fernseher und einem Audiosystem von Bang & Olufsen, kabellosem Breitband-Highspeed-Internetzugang, gibt es ein interaktives Entertainment-System mit iPod- oder MP3-Anschluss und Fernseher im Badezimmer. Hier vereint sich moderne Technik mit Stil und Tradition.

 

Bei einer Führung durchs Haus am nächsten Tag erzählt man uns, dass genau das die Herausforderung ist – die Verbindung von legendäre Tradition und Moderne. „Das Mandarin Oriental Paris ist ein Fest von Paris heute“, erklärt PR-Manager Guillaume Chapalain. Es sei inspiriert von Mode und künstlerische Kreativität und gestützt durch den legendären Markenservice. Man will eine Oase der Ruhe und einen Kokon von Luxus bilden. Die 98 Zimmer und 40 Suiten bieten Gästen ein außergewöhnlich stilvolles Paris Erlebnis. Besonders der Garten im Innenhof des Hotels sei im Sommer sehr begehrt bei den Geschäftsleuten der Umgebung. „Du kannst Dir nicht vorstellen, was die Gäste alles tun, nur um einen Platz hier zu bekommen.“ Ein Teil gehört zur Cocktailbar, der andere zum Restaurant Camélia. Die gastronomischen Einrichtungen werden alle geleitet vom berühmten Küchenchef Thierry Marx. Sein Zwei-Michelin-Sterne-Restaurant Sur Mesure hier im Mandarin Oriental Paris sei Monate im Voraus ausgebucht. Schade, wir haben nicht reserviert. Außerdem gibt es noch eine Konditorei und das L'Honoré, mit Gerichten der „bewussten Küche für Gesundheit“.

 

Nach einem stressigen Tag mit vielen Terminen außerhalb des Hotels, gönnen wir uns am Abend einen Besuch im Restaurant Camélia. Wir wählen das Menü des Tages. Da meine Tochter keine Entenleber mag (ich hoffe, das wird noch), lassen wir den Gang ändern. Leider muss ich dann auch verzichten. Man könne nur zwei identische Menüs servieren, erklärt der Kellner. Der Küchenchef bringt statt dessen Poree in Trüffel-Vinaigrette. Damit das Menü dann wieder stimmig ist, stellt er die Reihenfolge der Gänge um. Wir genießen in Gurke gerollte Krabbe mit Shiso- und Wasabi Sorbet, Calamari Risoni mit Tinte, Tinten sch Tagiatelle, Pigtet glasiert mit Sesam und Zitronensorbet. Mein Favorit ist der Calamari. Er ist einfach köstlich.

 

So richtig erfüllt von Glück und Zufriedenheit fallen wir ins Bett. In der Suite werden luxuriöse Körperpflegeartikel von diptyque geboten, es gibt weiche Bademäntel von Frette und Seidenkimonos. Das Frühstücksbufett ist klein, aber exklusiv. Es gibt herrlich reife Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Erdbeeren. Wir lieben Beeren. Wir lieben dieses Frühstück. Die warmen Speisen bestellt man von der Karte. Das Angebot ist gewohnt: Eierspeisen, French Toast, Dim Sum. Ich kombiniere in etwas schriller Art Birchermüsli und Dim Sum. Ich liebe beides und auch die anderen Gäste scheinen hier zum Frühstück nicht auf Etikette zu achten. Entspannt und leger geht es hier zu, obwohl selbst die unterste Zimmerkategorie mit mehr als 1000 Euro pro Nacht zu Buche schlägt. Man trägt Jeans, Tods und allerlei landestypische Gewänder. Afrikanische, bunte Kleider, indische Schleier, arabische Kopftücher. Die Hautevolee der Welt entspannt sich hier beim Frühstück. Die Kellner tragen zwar Designer-Uniformen, aber keine verstaubte Attitude. Schön.

 

Ich buche eine Massage im Boutique Spa. Man verspricht „einzigartige Wellness-Erlebnisse“. Das schönste an der Behandlung war der tibetische Gong, der den Beginn kennzeichnete und die Aussage der Therapeutin, dass sie eine schöne Reise wünsche.

 

Sonst ist das Hotel aber durchweg zu empfehlen. Es wurde mit dem „Palace“-Status ausgezeichnet und zählt somit of ziell zu den zehn exklusivsten Hotels der französischen Hauptstadt. Am Abend vor unserer Abreise sitze ich eine Weile in der Lobby und genieße die Atmosphäre. Obwohl Paris draußen so viel zu bieten hat, möchte ich gern das Hotel genießen. Ich habe ein schlechtes Gewissen, einige der Pariser Termine auf meinen nächsten Besuch zu verschieben. Aber das Gefühl hier drinnen ist einfach angenehm. Ich lese etwas über die Geschichte.

 

Seit dem 16. Jahrhundert wurde das Gelände, auf dem das Mandarin Oriental steht, genutzt. Erst war es ein Kapuzinerkloster, dann ein Hippodrom, ein Theater (Cirque Olympique) und sogar eine königliche Reitschule. Die beiden Flügel des Art-Deco-Gebäudes sind das Werk von Charles Letrosne, einem distinguierten Pariser Architekten, der in den 1930er Jahre auch Einiges zur Weltausstellungen in der Stadt beigetragen hat. Ich lese auch etwas über die imposante steinerne Bar in der Hotel Bar 8. Sie wiegt neun Tonnen und wurde entworfen von Agence Jouin-Manku. Kunstvoll aus Stein, abgebaut in Spanien, wurde sie in Italien gearbeitet und in zwei Monaten hier aufgebaut. Ich lese auch vom Garten auf dem Hoteldach. Wo neben Kräuterbeeten auch ein eigener Bienenstock steht, von dem jedes Jahr 20 kg Honig für Küchenchef Thierry Marx geerntet werden.

 

Es ist schon ein besonderes Hotel. Gar keine Frage. Ich ziehe ein paar letzte Bahnen im 14 Meter langen Sportschwimmbecken. An den Wänden iegen in einem Schattenspiel Schmetterlinge durch den Raum, das Symbol für Frieden.

 

Auch die Abreise am nächsten Morgen verläuft relativ friedlich. Zwar kommt das Taxi eine halbe Stunde zu spät, aber die verantwortliche Guest Relation Managerin versüsst uns die Wartezeit mit einem Kaffee to go (in diesem Hotel gibt es einfach alles). Wir schnappen unser Lunchpaket für die Zugfahrt.

 

Fazit: Die Herzlichkeit der Mitarbeiter, besonders von Guillaume Chapalain, Constance Gaillardon (Duty Managerin) und Kathy Naveaux (Chef Con- cierge) haben uns den Aufenthalt im Mandarin Oriental zu einem großen Vergnügen werden lassen. Das Hotel mit dem typischen Fächer, dem Symbol der Mandarin Oriental Gruppe, sollte nicht nur zu den zehn besten Hotels der Stadt gehören. Es ist der beste Platz von Paris. Platz 1 – ganz klar.