Der ehrliche Wikinger

Foto: Christoph Meyer/info@paperheroes.de

Er ist Mitglied im Einkaufsausschuss von Europamöbel und kauft für 120 europäische Möbelhäuser weltweit ein, er designed Möbel, die er produzieren lässt und in seiner Unternehmenskette Möbel Wikinger verkauft. Claus Ruhe Madsen feiert dieses Jahr mit seinen Partnern 20-jähriges Jubiläum. Lesen Sie das Disy-Interview mit einem der wichtigsten Möbelunternehmen Europas.

 


Sie sind Gründer von Möbel Wikinger. Wie kam es dazu?

Madsen: Ich war nach meinem Schulabschluss nach Deutschland gezogen und hatte bei einem Möbelunternehmen gearbeitet. Später wollte ich meine eigenen Vorstellungen umsetzen. Wir waren zu viert und haben 1997 in Rostock die erste Filiale eröffnet. Irgendwann haben wir gemerkt, mit einem einzigen Möbelhaus wird es uns zu langweilig, deswegen haben wir weitere Filialen in Dresden, Potsdam und in Berlin eröffnet.

 

Warum haben Sie sich damals für Rostock entschieden?
Madsen:
In Rostock fühle ich mich wohl, weil ich in Kopenhagen geboren und mit Küste und Meer aufgewachsen bin - ein Küstenkind. Vor ein paar Jahren bin ich dann mit meiner Familie nach Warnemünde gezogen. Ein großer Vorteil des Wirtschaftsstandorts Rostock ist für mich die Lebensqualität und die Ruhe, die einem Warnemünde nach vielen Treffen und der Arbeit bietet. Ich verstehe mich mit allen hier gut und engagiere mich zum Beispiel bei der karitativen Fahrradtour „Hansetour Sonnenschein“, bei den Rotariern und mit unserer Strandbar „Wikinger gestrandet“.

 

Was mögen Sie an Ihrem Beruf?
Madsen:
Ich verkaufe gern Möbel, weil Ihnen die Menschen dabei viel erzählen. Es gibt immer einen Kaufanlass und den erzählen sie komischerweise immer sofort dem Möbelverkäufer: Scheidung, Auszug der Kinder,... Danach erklären sie, wie es zu Hause aussieht, zeigen Bilder und wenn wir die Ware liefern, sind wir am Ende ein richtiger Teil der Familie. Das macht Möbelverkauf spannend.

 

Was ist charakteristisch für Wikingermöbel?
Madsen:
Der Kunde zahlt einen fairen Preis für ein faires Produkt und das wird geschätzt - seit 20 Jahren schon. Wenn ich abends in den Spiegel schaue, kann ich sagen, dass ich gute und ehrliche Arbeit geleistet habe.

 

Das ist wichtig in Ihrem Geschäft!
Madsen: Ja, aber jedes Konzept ist anders. Individualität ist wichtig für uns, weil gerade Deutsche dazu neigen, ihr Wohnzimmer genau wie im Katalog einzurichten, statt Lieblingsstücke zu kombinieren. Ich nde es schöner, wenn jedes Stück ein bisschen Seele hat und dafür nicht alles perfekt zueinander passt. Wir haben zum Beispiel Schafsfellsessel, für die man uns belächelt hat, aber sie verkaufen sich wie verrückt, weil sie unfassbar bequem sind. Deshalb ist unsere Botschaft: Wir müssen nicht das haben, was alle anderen haben, sonst wären wir ja alle anderen.

 

Designen Sie selbst Möbel?
Madsen: Ja, ich bin im Einkaufsausschuss von Europamöbel, mit dem wir für 120 europäische Möbelhäuser weltweit einkaufen. Vor Ort in den Fabriken designen wir neue Möbel, indem wir an Vorlagen Korrekturen vornehmen. Dieser Prozess dauert ein Jahr, dann haben wir den neusten Katalog fertig und beginnen von Neuem.

 

Was hat Sie auf den Namen „Wikinger“ gebracht?
Madsen: Auch wenn sie für ihr gewaltsames Auftreten bekannt sind, waren Wikinger im Grunde reisende Handelsleute und das passt gut zu uns, denn sie sind damals - wie wir - von Dänemark nach Norddeutschland gekommen. „Wikinger“ erklärt auch schnell unseren skandinavischen Einrichtungsstil und steht für Sympathie und Stabilität.