Spannend: „Der Tod und das Mädchen“ in Radebeul

Ein Tanzabend voller Lebenslust. Foto: Hagen König

Das war ein wahres Kleinod der Tanzkunst: In seinem neuesten Werk „Der Tod und das Mädchen“ kreiert der neue Ballettchef der Landesbühnen, Carlos Matos, auf der Studiobühne berückend schöne, dichte Momente, die berühren und bewegen. Inspiriert von den Texten seines portugiesischen Landmannes Fernando Pessoa geht Matos der Frage nach, wie das Individuum seine Umwelt, seine Mitmenschen, sein Schicksal erlebt. Die spannungsvolle Musik von Schubert, von einem Streichquartett (Elisabeth Weber, Anna Melkonyan, Esther Alba, Millan Abeledo Malheiro) live auf der Bühne gespielt, führt die Zuschauer durch die Themenkomplexe „Lebenskraft“, „Begegnungen“, „Rebellion“ und „Überwindung“.

 

Als Solistin ist Wencke Kriemer de Matos zu erleben, die charismatisch und tänzerisch herausragend das Publikum in den Bann zieht. Ein so schlichtes wie zwingendes Bühnenbild (Annett Hunger), aus denen die Tänzer herauszuwachsen scheinen, unterstützt das Erzählte perfekt. Und trotz düsterer Musik ist das Conclusio des Abends lebensbejahend und optimitsisch: Voller Lebenslust und Vertrauen an das Schicksal gibt sich das Mädchen ganz und gar dem Leben hin.

 

Fazit: Spannungsvolle 80 Minuten. Für Tanzfans ein Genuss.