Der Schleier

Das Schutzschild der Braut

Der Brautschleier ist ursprünglich an einen Brauch angelehnt. Früher hatten die Menschen Angst, dass böse Geister dem Brautpaar das Glück nicht gönnen würden, und alles tun würden, um die Hochzeit platzen zu lassen.

 

Die alten Germanen glaubten, dass diese bösen Geister durch die Nase und die Ohren in den Körper der Braut gelangen, verdeckten die Bräute ihr Gesicht. Erst später wurde durch den Christentum der Schleier zum Symbol der Jungfräulichkeit. Allerdings durften nur "unbescholtene" Bräute sich mit einem Schleier, einer Krone oder einem Brautkranz schmücken. Desweiteren sollte der Schleier vor den Blicken der Gäste und des Bräutigams schützen. Auch wenn man heute durch die zarte Spitze und den Tüll durchschauen kann, ist das Lüften des Schleiers immer wieder ein Höhepunkt der Trauzeremonie. Denn ab diesem Zeitpunkt ist es dem Bräutigam und der Braut gestattet, den Geschlechtsakt zu vollführen. Im Übrigen wurden in römischen Katakomben Wandgemälde von Christinnen mit einem Schleier gefunden. Dies zeugt davon, dass der Schleier älter ist, als das weiße Brautkleid. So ist es kaum verwunderlich, dass es zu diesen Zeiten Bräute mit Schleier, aber ohne weißem Brautkleid gab. Erst seit ungefähr 1850 ist es Brauch, den Schleier mit einem weißen Kleid zu kombinieren. Es gibt unterschiedlichste Arten von Schleiern. Manche werden in die Frisur eingebunden, manche halten an einem Haarreif und wieder andere sind an einem Hut befestigt. Sie können aber auch eine königliche Märchenhochzeit feiern, und Ihren Schleier mit einem Diadem oder einer Tiara befestigen. Wie bei den Brautkleidern gibt es auch bei den Schleiern wieder eine riesige Auswahl. Es gibt Schleier, die ungefähr 85cm lang sind, und bis zur Taille reichen. Durch seine oftmals mehreren Lagen, passt er gut zu Kleidern mit einem weiten Rock, und erzeugt einen fließenden Übergang. Desweiteren gibt es Schleier, die ungefähr 1,20m lang sind, und somit bis in die Kniekehle reichen. Er ist der Klassiker unter den Schleiern. Auch er hat mehrere Lagen. Meistens sind es drei Stück - eine bis zur Schulter, eine bis zu den Fingerspitzen und die längste geht bis zum Knie. Dadurch wirkt er nicht ganz so füllig, und passt gut zu schlichten schmalen Kleidern. Wer es am liebsten hätte, dass der Schleier gar nicht mehr aufhört, der kann zu einem Schleier von ungefähr 2,50m greifen. Nach oben gibt es natürlich keine Grenze. Gut sehen diese Schleier an Bräuten in einem Kleid im Prinzessstil aus. Aber auch zu Kleidern mit einer langen Schleppe passen sie gut. In dieser Kombination wirkt der Einmarsch der Braut regelrecht dramatisch. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Abschlusskante. Diese kann auf ganz verschieden Weise verziert sein, zum Beispiel mit zarter Stickerei, Perlen, Pailletten oder Spitze. Die Kante muss nicht immer gerade sein. Sie kann wellenartig abgerundet sein. Wussten Sie, dass nur die Braut den Schleier tragen darf? Oftmals probiert auch eine Freundin der Braut den Schleier auf. Wenn dies geschieht, sagt man, dass sie früher oder später den Bräutigam verführen wird.

Welcher Schleier?

Zuerst sollten Sie entscheiden, ob Sie einen kurzen, mittleren oder langen Schleier tragen wollen. Dann ist die Form zu bestimmen und am Ende der Stoff.
Edel werden Schleier durch Stickereien, fein gearbeitete Ränder oder andere Accesoires.