Der Porsche unter den SUVs - Cayenne Diesel 8-Gang-Triptronic

Ein Porsche bleibt ein Porsche! Ein Wow-Effekt beim ersten An- blick, ein Wohlgefühl beim Ein- steigen, ein Kribbeln beim Blick auf das Preisschild. Adrenalin pur! Der Cayenne Diesel Tiptro- nic ist ein SUV der Luxusklasse. Einmalig! Unvergleichlich! Ein Porsche eben.

Heben, Senken, Heben, Senken – leicht wie beim Ballett bewegt sich der Wagen auf und nieder. „Wollen wir heute hoch fahren oder niedrig, Schatz?“ Der Unterschied gaukelt einem vor, man säße in zwei verschiedenen Autos. Aber es ist ja gar kein Auto. Es ist ein SUV, nein, es ist ein SUV von Porsche, nein, es ist ein Cayenne. Wow! Und wenn man mit einem 113.205 Euro – Wagen dieses Kalibers durch Dresden fährt, passiert Folgendes: Man wird von netten Dresdnern fotografiert. Aber nicht etwa aus Begeisterung (das auch), sondern weil man an den Elbwiesen Pressefotos für den Fahrbericht macht. „Naturschutzgebiet“ ruft der Golffahrer, der mit seiner eigenen Kamera extra ausgestiegen ist, um ein Foto zum Anzählen zu knipsen. Dass wir noch auf der Einfahrt vor dem Schild stehen, interessiert ihn nicht. Schade, wir sind so begeistert von dem Wagen, dass wir davon ausgingen, die anderen müssten sich alle mitfreuen. Andererseits können wir den Neid auch verstehen, immerhin hat unser metallic schwarzes 245 PS-Maschinchen eine zweifarbige Naturlederausstattung in Espresso und Cognac, einen Alcantara-Dachhimmel und ein weites Panoramadachsystem für die Freiheitsliebenden unter uns. Weitere Schmankerl sind die schwarzen, hoch glänzenden 21-Zoll-Sportfelgen mit farbigen Porschewappen auf den Radnaben, das BOSE Surround Sound System, die integrierte Garagenöffnung über Drucktasten, die Sprachbedienung und der Autoschlüssel mit Porsche Entry & Drive Funktion.

Ein kurzes Anhalten, und der Motor schaltet auf Standby. Die Start-Stop-Funktion steht für Umweltbewußtsein und das Sparen von Kraftstoff – auch unter den SUVs eine Besonderheit. Das getestete Modell verbraucht mit einem Leergewicht von 2,08 Tonnen laut Herstellerangaben 8,4 Liter innerhalb und 6,5 Liter außerhalb von Städten (kombiniert 7,2 Liter; CO2-Emission 189 g/km). Noch viel zu sehr mit den vielen neuen Instrumenten beschäftigt, schweift unser Blick über das schöne Interieur.

Ein besonderes Extra ist der Spurwechselassistent (SWA), der uns durch Blinksignale in den Außenspiegeln anzeigt, wenn sich ein Auto links oder rechts von uns im toten Winkel befindet oder sich rasch eines von hinten nähert. So lenkt er unsere Aufmerksamkeit wieder mehr auf die Straße zurück. An der nächsten Kreuzung halten wir an und nehmen interessierte Blicke von Passanten wahr. „Ja es ist ein Porsche!“ Der SUV zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Wir geben Gas und fahren in Richtung Wilsdruffer Straße. An der Straßenkreuzung wollen wir wissen, was passiert, wenn wir das Höhenniveau auf Geländeniveau anpassen. Der Wagen hebt sich deutlich über die Vorder- und Hinterachsen. ... und jetzt das Sondergeländeniveau! Der Cayenne „tanzt wieder Ballett.“ Die Luftfederung lässt sechs verschiedene Höhenniveaus mit einer Bodenfreiheit von 158 mm bis 268 mm zu. Das Normalniveau liegt beim Cayenne bei 210 mm und beim Cayenne Turbo sogar noch 5 mm höher.

Nun testen wir die 550 NM auf kurvigem Terrain durch die Dresdner Heide. Bereits in 7,6 Sekunden erreichen wir die 100 km/h. Der permanente Allradantrieb mit selbst sperrendem Mittendifferenzial (ABD) und dem automatischen Bremsendifferential (ASR) sorgen für sichere Kraftübertragung auf die Straße. Leider, leider ist der SUV viel zu wertvoll, um den Off-Road-Modus bis an seine Grenzen zu testen. Tiefe Schlammlöcher sowie Wasserdurchfahrten bis maximal 555 mm Watttiefe, sumpfiges Gelände wie steile Anund Abfahrten zu und von verschneiten Berghütten mit einem Rampenwinkel bis zu 24,5 Grad Rampenwinkel (Luftfederung, Sondergeländeniveau) kann das Kraftpaket meistern. In drei verschiedenen Offroad-Stufen passen sich automatisch die Höhe des Autos, die Traktion und die Achsverschränkung der Antriebsachsen wie die Differenzialsperre mit bis zu einer 100 %-igen Sperrung der Hinterachsquersperre den Erfordernissen des Geländes an. Darüber hinaus unterstützt die Bergabfahrhilfe (PHC) mit einer konstanten Geschwindigkeitsfestlegung zwischen 3 und 30 km/h.

Fazit: Eben der Porsche unter den SUVs. Andreas Otto