Ein echter Porsche? Ein echter Sachse!

Foto: PR Porsche Macan S

Warum der neue Porsche Macan S nicht allen gefallen wird

Spötter sagen über den neusten Spross der Zuffenhausener, er sei nur ein "porschenisierter" Audi Q5. Porschenisiert bedeutet im Fall des Macans S jedoch, dass bereits die Basisversion mehr Pferde unter der Motorhaube hat als der Audi Q5 mit 3.0-Liter-Maschine.

Kompakte SUVs werden immer beliebter. Sie vereinen die Vorteile eines "normalen" SUVs (hohe Sitzposition, relativ viel Stauraum, komfortable Straßenlage) mit denen einer Limousine (leichter, weniger Verbrauch, sportlicheres Aussehen). Genau in diese Lücke möchte auch Porsche mit dem Macan treten. Porsche glaubt so sehr an den Erfolg, dass man in Leipzig ein eigenes Werk gebaut hat. Dort sollen 50.000 Macan pro Jahr gebaut werden. Auf den ersten Blick ist das den Stuttgartern auch her- vorragend gelungen. Der Macan sieht nach einem geschrumpften Cayenne aus - ist aber viel mehr. Porsche selbst bezeichnet ihn als "den Sportwagen unter den kompakten SUVs". Und klar, der Macan S (das S tragen alle Macan so lange es kein Modell mit schwächerer Motorisierung gibt) ist trotz seines Gewichts von etwas mehr als zwei Tonnen durchaus sportlich. Der Drei-Liter-V6-Biturbo-Motor mit 340 PS beschleunigt den Wagen in 5,4 Sekunden von Null auf 100. Spitze: 254 km/h. Dabei dürften sich allerdings die meisten schwer tun, die 8,5 Liter/100km Normverbrauch zu erreichen. Bei normaler Fahrweise sind wohl 13 bis 14 Liter realistisch. Dennoch merkt man Porsche an, dass sie mit dem Macan einen echten Porsche bauen wollen. Das Zündschloss ist selbstverständlich auf der linken Seite, in der Mittelkonsole lachen einen die Knöpfe für "Sport" und "Sport Plus" an und auf der Autobahn lässt man grundsätzlich die anderen rechts liegen. Überhaupt sind die automatischen Sportprogramme interessant: Sie verändern nicht nur das Motormanagement (höhere Drehzahl, spätere Schaltvorgänge des 7-Gang-Automatik- Getriebe), sondern legen den Wagen auch um einige Zentimeter tiefer. Dennoch kann der Wagen gerade in engen, schnellen Kurven sein Gewicht nicht leugnen und fühlt sich dann schwerfällig an - er ist eben kein 911er. Aber ein SUV hat natürlich noch andere innere Werte als den Motor. Das Auto bietet seinen maximal fünf Insassen ausreichend Platz. Der Kofferraum ist mit 500 Litern groß genug für vier Bierkästen und bietet mit umgeklappten Rücksitzen sogar 1500 Litern Platz. Für den Wochenendeinkauf einer vierköpfigen Familie ist das mehr als ausreichend. Dazu gibt es noch ein umfangreiches Infotainment-System mit Navigation, Bluetooth-Freisprechanlage, mp3-Player und so weiter, und so fort.

Fazit:

Eine Frage jedoch bleibt: Ist der Macan ein echter Porsche? Ist man ein Fan von herausragender Qualität, markelloser Verarbeitung, kräftigen Motoren und hat kein Problem damit, ein Familienauto zu fahren, dann ist der Macan eine gute Wahl. Doch genau hier werden Porsche-Puristen aufschreien. Denn dieser kompakte SUV, der sich eine Basis mit einem Audi Q5 teilt, ist eben "nur" ein Familienauto, auf dem Porsche steht. Für diejenigen, die Porsche fahren wollen, aber damit auch einkaufen gehen, die Kinder aus der Schule holen oder in den Urlaub fahren. Allerdings, und das muss man Porsche zu Gute halten, dürfte es schwer sein, ein Auto mit diesen Kriterien zu finden, das dennoch so viel Porsche intus hat.