Der „Nussknacker“ und der Abschied von der Kindheit

Foto: Charles Tandy

Ein Tanztraum in der Staatsoper


Es ist ein unsterbliches Stück Tanzgeschichte: "Der Nussknacker" von John Neumeier mit der zauberhaften Musik von Tschaikowsky. Das Ballett feierte bereits Anfang der 1970er Jahre Premiere in München. Der große Hamburger Choreograph Neumeier gab mit seiner Bearbeitung dem Original von Marius Petipa neue Impulse und bereicherte damit den klassischen Tanz. Die Story: Zu ihrem zwölften Geburtstag erhält die kleine Marie vom Ballettmeister Drosselmeier ein paar Spitzenschuhe geschenkt. Im Traum begleitet Drosselmeier sie in die Welt des Theaters und des Tanzes. Marie ist gänzlich verzaubert von dieser Welt. Auch Günther, ein Freund ihres Bruders, in den Marie heimlich verliebt ist, taucht im Traum auf: Sie trifft ihn als Solist des Hofballetts und tanzt mit ihm zum ersten Mal auf Spitze. Drosselmeier führt Marie vor, wie eine Ballett-Aufführung entsteht: Die leere Bühne verwandelt sich in eine Szenerie, in der sich alles auf die Vorstellung vorbereitet. Drosselmeier führt verschiedene Divertissements vor und tanzt zuweilen selber mit. Auch ihr Bruder Fritz erscheint Marie als Tänzer. Nach einem turbulenten Finale verschwindet die Theaterwelt - Marie wird aufgeweckt. Wehmütig nimmt sie Abschied von ihrem Traum. Die zeitlose tänzerische Sprache, mit der Neumeier seinen "Nussknacker" erzählt und die Ausstattung von Jürgen Rose geben dem Ballett auch fast 40 Jahre nach seiner Münchner Premiere seinen besonderen Charme. Kein Wunder, dass der Nussknacker nach wie vor ein Publikumsmagnet ist und auch jetzt wieder auf dem Spielplan der Staatsoper steht.

27. und 31. Dezember, 19.30 Uhr, Nationaltheater, Eintritt: 7 bis 70 Euro.