Denn ein Lachen sagt mehr als tausend Worte

Dipl.-Stom. Heike Maresch über neue Medikamente, Zahnarztausbildung und warum tägliches Putzen immer noch das A und O ist


Für viele Patienten ist der Besuch beim Zahnarzt noch immer unangenehm. Dabei hat sich auch hier in den letzten Jahren viel getan. Moderne Technik erleichtert die Arbeit der Zahnärzte und gibt ihnen so mehr Zeit, dem Menschen auf dem Stuhl zu helfen. Wir sprachen mit Dipl.-Stom. Heike Maresch über Impulslaser, 3DBildgebungsverfahren und wie man Jugendlichen die Angst vor dem Zahnarzt nimmt.

Sie sind Diplom-Stomatologin. Ein Begriff, der vor allem in der ehemaligen DDR gebraucht wurde. Gibt es Unterschiede zu Zahnärzten, die heute ausgebildet werden?
Maresch: Eigentlich nicht. Wir leben in einer Welt der Bezeichnungswechsel. Der Begriff des Stomatologen stirbt langsam aus. Mich stört das ehrlich gesagt auch nicht. Der Begriff Zahnmediziner ist wesentlich klarer und jeder weiß, was damit gemeint ist. Die Ausbildung von Zahnärzten ist auch weitestgehend gleich geblieben.

Sie haben in Dresden Zahnmedizin studiert. Wie bewerten Sie die Ausbildung hier?
Maresch: Die ist wirklich sehr gut und individuell. Es gibt nicht zu viele Studenten, so dass für jeden Arzt mehr Zeit bleibt. Außerdem wird man auch in der Zahntechnik ausgebildet und es gibt viele Möglichkeiten noch während der Ausbildung am Patienten zu arbeiten. Dresden ist für die Zahnmedizin eine gute Adresse.

Welche Fortschritte gibt es seit Ihrer Studienzeit in der Zahnmedizin?
Maresch: Die Behandlungsmethoden haben sich der digitalen Welt angepasst. Es gab in den letzten zehn Jahren sehr große Fortschritte in der Zahnmedizin.Gerade die digitalen Bildgebungsverfahren verdrängen die alten Röntgenaufnahmen. Inzwischen nutzen wir zum Beispiel ein DVT.

Was ist das?
Maresch:
Die digitale Volumentomographie ist eine sehr fortschrittliche Art der Bildgebung. Sie erlaubt uns, auch von sehr kleinen Bereichen detaillierte, dreidimensionale Abbildungen zu erstellen. Wir müssen nicht mehr den ganzen Kopf durchleuchten, sondern können mit ihm sogar das Innere einzelner Zähne anschauen. Er nützt hier wirklich allen Fachbereichen. Bei Wurzelbehandlungen sehen wir genau, wo welcher Nerv sitzt. Implantate können noch genauer angepasst werden.

Erspart der Laser den Patienten in Zukunft die beängstigende Geräuschkulisse beim Bohren?

Maresch: Nicht ganz. Dieser Impulslaser klingt zwar nicht wie die typischen Zahnarztbohrer, aber er macht auch Geräusche. Die hören sich ein bisschen wie bei einer Nähmaschine an. Aber ich nutze ihn selten zum Bohren. Zum einen ist die Behandlung mit dem Laser auch nicht schmerzfrei, so dass eine örtliche Betäubung notwendig ist. Außerdem hat er seine Stärken an anderer Stelle, wenn es zum Beispiel darum geht, bei Parodontitis entzündetes Gewebe weg zu schneiden, Blutungen zu stillen oder einfach zu desinfizieren. Sie bieten ängstlichen Patienten an, sich unter Vollnarkose behandeln zu lassen.

Wird das häufig wahrgenommen?

Maresch: Jeden Dienstag. Da operieren wir hier von morgens bis abends Patienten, bei denen eine Narkose nötig ist. Meistens sind das Menschen, die unter einer schweren Zahnarztphobie leiden. Haben die ein Gutachten eines Psychologen, bezahlt das sogar die Krankenkasse. Aber auch bei normalen Patienten ist manchmal eine Vollnarkose nötig, zum Beispiel wenn es sich um Operationen handelt, die sehr viel Zeit brauchen oder sehr kompliziert sind.

Was müssen Patienten bei einem Termin mit Narkose beachten?

Maresch:
Es handelt sich um eine professionelle Narkose, inklusive Überwachung und anschließender Betreuung im Aufwachraum. Das heißt, dass die Patienten vorher natürlich über die Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt werden müssen. Außerdem sollten sie vorher ihren Hausarzt aufsuchen, um mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten auszuschließen. Wie bei jeder großen Operation müssen die Patienten außerdem mit nüchternem Magen kommen.

Was macht Ihre Praxis, um den Patienten schon im Vorfeld die Angst zu nehmen?
Maresch:
Natürlich sind unser Personal und die Ärzte darauf geschult, beruhigend zu wirken. Wir bieten zudem eine Reihe von Services an, um den Aufenthalt hier so angenehm wie möglich zu machen. Dazu zählen zum Beispiel Getränke, ein offener und gemütlicher Warteraum mit Blick in den Garten oder die Möglichkeit, seine eigene Musik auszuwählen. Patienten, denen durch aufwändige Behandlungen Wartezeiten entstehen, bieten wir außerdem die Möglichkeit, auf einem Flachbildschirm Filme zu schauen oder über ein iPAd im Internet mit gratis W-Lan zu surfen.

"Dresden ist für die Zahnmedizin eine gute Adresse.“

Das dürfte besonders bei jungen Patienten sehr beliebt sein.
Maresch: Richtig, das iPad geben wir häufig an Kinder und Jugendliche raus. Wir haben auch noch kleine Geschenke für die ganz jungen Patienten, zuckerfreien Kaugummi zum Beispiel, aber das ist nicht mehr so gefragt.

Welche Zahnbürste empfehlen Sie?
Maresch: Viel wichtiger ist, dass der Patient sich überhaupt die Zähne putzt. Am effektivsten ist eine Ultraschallzahnbürste. Bei entsprechender Putzleistung ist eine Handzahnbürste aber genauso gut wie eine elektrische Zahnbürste. Letztere ist nur wesentlich bequemer und bietet noch andere Vorteile.

Zum Beispiel?
Maresch: Viele verfügen über einen Timer. Damit ist sicher gestellt, dass man wirklich lange genug Zähne putzt.

Und wie ist es mit der Zahncreme?
Maresch: Zahncreme ist zwar nicht gleich Zahncreme. Doch auch hier gilt, dass es mehr darauf ankommt, dass man überhaupt eine nutzt. Zur Parodontitisprophylaxe (Parodontoseprophylaxe) empfiehlt sich zudem eine Mundspülung. Und natürlich sollte man auch regelmäßig die Zahnzwischenräume mit Zahnseide sauber machen. Zur Vorsorge empfehle ich auch immer eine professionelle Zahnreinigung.

Gibt es noch andere Wege, seine Zähne heller zu bekommen?

Maresch: Man kann die Zähne bleichen. Seit kurzem nutzen wir zudem ein neues Medikament namens "Dentcoat". Das wird ebenfalls auf die Zähne aufgetragen und verschließt die Zwischenräume im Zahnschmelz. Das macht die Zähne nicht nur weniger angreifbar, sie erscheinen auch heller. Sehr unterschätzt wird auch immer die Ernährung. Es steckt zu viel Zucker in der Nahrung und das schadet den Zähnen.

Die Praxis

Die Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis Maresch Bochmann wurde 2008 gegründet. Zuvor hatte Dipl. Stom. Heike Maresch bereits eine eigene Praxis. 2007 hatte sie den Wunsch, ein größeres Unternehmen zu leiten. Sie gründete daraufhin die erste sächsische überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft. Seit dem 1. April 2008 sitzt die Praxis in den Räumlichkeiten der Kaitzer Straße. Zu den angebotenen Leistungen gehören Implantologie, Endodentie (Wurzelbehandlungen), Parodontologie und zahnärztliche Chirurgie.