Hochgeschlossen, Stretch, Pastell und weniger Chi Chi

Das sind die Trachten-Trends für die Wiesn 2017 

 

Der Wiesn-Beginn naht.... Am 16. September startet das weltberühmte Münchner Oktoberfest. Und für Frauen (und auch für die mode- und traditionsbewussten Männer) stellt sich da alljährlich die Frage: Was zieh’ ich nur an beim Bierfest der Superlative? Tracht ist natürlich Pflicht, aber Dirndl ist nicht Dirndl. Wir haben bei führenden Münchner Trachten-Designern und Labels wie Lola Paltinger, Sandra Abt von „AlpenHerz“ und Axel Munz von „Trachten Angermaier“ nachgefragt, womit Madln und Buam in diesem Jahr beim Schunkel-Marathon eine gute Figur machen. Eins vorab: Landhaus-Mode, Bling Bling-Dirndl mit kiloweise Glitzer und Mini-Dirndl sind nach wie vor out.

 

Sandra Abt (Alpenherz): „Neue Trends bei und sind - speziell für den Münchner Umkreis - die etwas traditionelleren hochgeschlossenen Dirndl sowie Dirndl mit angesetzten Ärmchen, die man ohne Bluse trägt. Hier haben wir erstmalig auch Waschdirndl im Programm: aus hochwertiger satinierter Baumwolle für den entspannten Nachmittagsrundgang auf der Wiesn oder ideal auch für Waldfeste. Wir haben ein relativ farbenfrohes Programm, wobei diese trotzdem immer eher etwas "gedeckt" sind. Im Trend liegen Dunkelblau und Grün sowie Beerentöne in den verschiedensten Abstufungen.“ Was macht in Sachen Dirndl dieses Jahr Pause? „Übertriebene Glitzerschürzen, zu viel Chi Chi sowie kitschige Elemente sind an den Dirndln sind derzeit nicht mehr gefragt. Der Trend geht auch bei den Seiden- und Jaquarddirndl, die eine Spitzen- und Perlenschürze haben, zum Reduzierteren.“

 

Lola Paltinger: „Am meisten gefragt sind bei den Dirndln derzeit hellere Farben. Die Damen möchten auf der Wiesn gerne strahlen. Auch das klassische Vichy-Karo läuft gut: Rot-Weiß oder Blau-Weiß. Generell ist Blau immer eine sehr beliebte Farbe. Oder aber ein ausgewaschenes oder kräftiges Rot. Rosa ist gerade etwas weniger angesagt.“ Was bleibt besser im Schrank? „Dirndl mit zu viel Glitzer und zu viel Spitze! Allgemein werden die Dirndl wieder etwas traditioneller was ich persönlich sehr schön finde. Und immer mehr Damen entscheiden sich auch für einen klassischen Zweiteiler, bestehend aus Bluse und Rock. Das kann man auch unterm Jahr und mit oder ohne Schürze tragen. Darin sehe ich den Fortbestand der Tracht: Dass es immer wieder etwas Neues gibt.“

 

Axel Munz von „Trachten Angermaier“: „Bei den Damen ist der Vintage-Trend ungebrochen. Hochgeschlossene Dirndl aus Baumwolle und Chenille, Ärmeldirndl sowie Rock/Mieder- Kombinationen liegen im Trend. Ebenso wie opulente Schößchen am Dirndl- oder Miederrücken, traditionelle Rankenschürzen und markante Ausschnitt-Lösungen. Auf der anderen Seite sind glänzende, glamouröse Dirndl immer noch stark gefragt, zum Beispiel - ganz neu - Dirndl mit atemberaubendem, transparenten Spitzenrücken sowie aufwendige, mit Schmucksteinen besetzte Schürzen. Angesagte Alternativen sind schwingende Röcke aus floralen Stoffen, kombiniert mit Miedern in Kurz- oder Langarm sowie Lederhosen im Vintage-Look. Ein absolutes Muss bei den Herren sind Lederhosen aus Hirsch- oder Wildbockleder im Vintage-Style, also Lederhosen im Used-Look, die so aussehen wie gebraucht. Neben den klassischen Stickfarben sind zunehmend auch Gelb, Grün und Blau gefragt. Stark im Trend für Ihn sind weiterhin Westen - aus hochwertigem Baumwoll-Mix, Loden, bedrucktem Samt, elegantem Brokat und ganz neu in Chenille, einem Stoff mit einer samtigen Oberfläche. Bei Westen, Jankern und auch bei Dirndln und Miedern werden verstärkt Stretchstoffe eingesetzt. Diese sorgen für perfekten Sitz und hohem Tragekomfort.“