„Das Gespenst von Canterville" im Schauspielhaus

Foto: Matthias Horn

Rock´n Roll auf dem Blutfleck 

 

Es ist eine bezaubernde Geschichte, die 1887 aus der Feder des legendären irischen Dandies und Dramatiker Oscar Wilde floss. Im „Gespenst von Vanterville" ist es die amerikanische Familie Otis, die ein Schloss nebst seinem Geist Sir Simon de Canterville erwirbt. Diese Familie ist in jedem Falle pragmatisch und höchst amerikanisch. Ein jahrhundertealter Blutfleck im Salon beispielsweise wird kurzerhand mit Pinkertons Fleckentferner beseitig. Die Familie Otis glaubt nicht an Gespenster und versetzt den armen spukenden Sir Simon mit amerikanischer Furchtlosigkeit wiederum in Angst und Schrecken... Im Staatsschauspiel steht das Stück jetzt unter Regie von Susanne Lietzow auf der Bühne. mit wundervoll gruseligen Spukschloss (Bühne: Aurel Lenfert), einem hinreißendem Geist (Ahmad Mesgarha) und einer bezaubernden Tochter (Nadine Quittner) ist das „Gespenst" ein großer Spaß für Jung und Alt. In der öffentlichen Probe kurz er Premiere sprang für den erkrankten Justus Pfankuch spontan am Nachmittag André Kaczmarczyk  ein, der zwar sein Textbuch noch gelegentlich brauchte, dafür aber - ungeprobt - einen hinreißenden Rock´n Roll auf den Schlossteppich legte, dass das Publikum begeistert jubelte. Auch sonst glänzt das Ensemble mit Spielfreude und Können: Ein besonderes Highlight sind dabei die „Dienstboten" Phillip Lux und Sascha Göpel, die mit ihrer „very British" - Attitüde immer wieder für Brüder sorgen.

 

Fazit: Ein wunderbares Stück zum Träumen, Lachen und Weinen.