CD-Tipp: Lily Dahab auf Spurensuche

Foto: PR Lily Dahab/ Natascha Zivadinovic

Ausdrucksstarke, eigenständige Musikerinnen haben es mir angetan. Zugegeben, ein Hauch World-Music darf gerne dabei sein, eine Prise Jazz. Nur bitte kein Mainstream. Immer wieder entdecke ich wahre musikalische Perlen, die mich nachhaltig begeistern. So wie Lily Dahab: Ihre Stimme klingt wie dunkle Zartbitter-Schokolade, ihre Musik atmet Melancholie: Die natürliche Schönheit gilt als einer der Shooting-Stars der World Jazz Szene. Buenos Aires, Madrid, Barcelona, Berlin - das sind die Stationen ihrer Karriere. Ihre Großeltern kamen aus der Türkei und aus Syrien nach Argentinien, wo Lily Dahab in Buenos Aires aufwuchs und zunächst ihre Musicalkarriere begann und ihr erstes Bolero-Album aufnahm. Neun Jahre verbrachte sie in Spanien, wo sie in vielen Musical-Rollen zu erleben war. Während dieser Zeit spielte Lily Dahab auch an Madonnas Seite in Alan Parkers "Evita" (1996). Nach ihrem Umzug nach Deutschland 2011 ging sie auf Deutschlandtournee durch mehr als 25 Städte und spielte auf den großen europäischen Jazzfestivals in St. Moritz und Ystad/Schweden, wo sie sich die Bühne mit Größen wie Manhattan Transfer, Al Di Meola oder auch Till Brönner teilte. Ihr neues Album "Huellas" folgt den "Spuren" in ihre Heimat. "Wenn du einen Song aussuchst oder schreibst, dann rührst du an etwas in dir, das darauf wartet, herauszukommen, wie ein schlafender Vulkan, der dann in Form von Musik zu neuem Leben erwacht", sagt sie. Ausgewählt hat sie eine erstaunliche Palette an Liedern, die alle eine tiefe Bedeutung in ihrem Leben haben: "Ob nun Folklore oder Tango - es mögen sehr verschiedene Stile sein, doch sie sind alle Teil der Musik Argentiniens. All diese Autoren haben eine Spur in mir hinterlassen, denn ich habe ihre Songs schon gesungen, als ich sehr jung war, sie haben meine Jugend begleitet. Und nun singe ich sie mit einem reiferen Zugang". Das neue Album ist durchdrungen von Lilys warmer Stimme, einem melancholischen Timbre und dem gelungenen Mix verschiedener Einflüsse. Wunderbar!

Lily Dahab - "Huellas" (herzogrecords)