Burnout - Erlösung in Sicht?

Stress in der Arbeit. Ein Leben im Hamsterrad. Burnout, Depression, die erschöpfte Gesellschaft ... So oder ähnlich lauten Schlagzeilen, die uns heute in allen Medien begegnen. Burnout ist in aller Munde. Was können wir wirklich dagegen tun?

Heilverfahren allein sind nicht die Lösung

Therapeuten, Anbieter von Yoga, Ayurveda und verschiedensten Heilverfahren haben Hochkonjunktur. Die Sehnsucht nach innerer Balance führt Menschen auf die Suche nach Abhilfe. Doch reicht es aus, sich mit sich selbst zu beschäftigen? Die Suche nach dem Sinn des eigenen Daseins ist in der Tat der beste Ansatz. Was ist wirklich wichtig für mich? Schnell wird erkennbar, dass die Menschheit noch in den Kinderschuhen steckt, wenn es um die sinnvolle Nutzung der elektronischen Medien geht. Eine aufgeblähte, an Geschwindigkeit zunehmende Kommunikation über zwischengeschaltete (uns trennende) Medien wird schnell zur Selbstbeschäftigung. Die Technik fordert uns. Beziehungsnähe täuscht sich vor. Innere Leere kommt auf, emotionale Bedürfnisse werden ungenügend befriedigt. Soziale Ressourcen wie Teamgeist, Solidarität oder Hilfsbereitschaft, die entstehen, wenn Menschen sich direkt begegnen, drohen zu verkümmern. Gerade diese Attribute sind Basis für den Ausweg aus dem Hamsterrad: Gemeinsam über Sinn und Unsinn nachdenken und gesunde Arbeits- und Lebenswelten schaffen.

Problem bei der Wurzel packen

Burnout ist ein komplexes, von Arbeitsbelastungen ausgelöstes multiples psychisches und körperliches Erkrankungsgeschehen. Es macht daher viel Sinn, Burnoutgefahren dort aufzulösen, wo sie verursacht werden: in der Arbeit. Auch wenn man bei fast allen Burnouterkrankten private Sorgen nachweisen kann, ändert das nichts an diesem Grundsatz. Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben private Krisen. Seine Arbeit muss ihm noch so viel Raum lassen, dass er diese bewältigen kann. Das ist in vielen Beschäftigungsverhältnissen nicht mehr gegeben. Wenn Unternehmen beginnen, sich mit der Belastung ihrer Mitarbeiter zu beschäftigen, hat das nichts mit Samaritertum oder Verwöhnklima zu tun. Im besten Fall hat man den doppelten Nutzen erkannt. Denn in der Wissensgesellschaft sind die Beschäftigten wichtige Know-how-Träger, die nicht einfach ausgetauscht werden können. Jeder gute Mitarbeiter, der erkrankt oder zur Konkurrenz wechselt, bedeutet Verlust für das Unternehmen: Verlust an Know-how, an Motivation, an Schlagkraft und letztendlich an Gewinn. Ersatz zu rekrutieren, verschlingt nicht nur viel Geld, sondern führt in Zeiten des demografischen Wandels zur Frustration bei Personalleitern und Geschäftsführern.

Richtig belasten statt falsch beanspruchen!

Es geht weder darum, den technologischen Fortschritt zurückzudrehen, noch Mitarbeiter in Watte zu packen. Sozialwissenschaftliche Forschungen haben zur Genüge gezeigt, dass Menschen nach Herausforderungen dürsten, um ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend wachsen zu können. Hier kann jedes Unternehmen ansetzen, um seine humanen und sozialen Ressourcen zu veredeln. Man überlege einmal aus eigener Erfahrung: Wie viel Aufmerksamkeit und Geld stecken Firmen in den Aufbau ihrer technischen Ressourcen, wie viel Augenmerk widmen sie den finanziellen und welche Energie verbleibt für das soziale Kapital? Themen in diesem Feld sind: Wertekultur, Unternehmensphilosophie, individuelle Führung, Kommunikation, Dialog zwischen den Hierarchien, Anerkennungs- und Belohnungssysteme, Teamklima, Konfliktkultur, Ideenmanagement, Karrieremöglichkeiten etc. Hierin liegen vielfältige Ansätze für psychisch gesunde Arbeitswelten, in denen Burnout keinen Platz hat.

Der Blick in die Büchse der Pandora

Wie sieht es im Innenleben meiner Firma aus? Das möchte zwar jeder Firmenverantwortliche gern wissen. Nur wagt er es zu fragen? Die Erfahrungen der Psychologin Dr. Ulla Nagel zeigen, dass große Vorbehalte existieren, sich mit den "weichen" Erfolgsfaktoren auseinanderzusetzen. "Was mache ich, wenn Mitarbeiterforderungen mich über Gebühr strapazieren oder die Ergebnisse mich in Zugzwang setzen, obwohl ich es mir finanziell nicht leisten kann?", so die Ängste von Unternehmern. Diese Sorgen, weiß Dr. Nagel, sind typisch, aber überflüssig. Der unternehmensweite Dialog über die Stressursachen bringen für ca. 70 % der Probleme die richtigen Lösungen, ohne dass der Unternehmer dazu weiteres Geld in die Hand nehmen muss. Das Zauberwort heißt organisierte "Kommunikation"! Dr. Nagel hat in Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse in Köln und der TU Dresden ein Verfahren entwickelt, mit dem Unternehmen wirkungsvoll gegen Stress, Burnout und Innere Kündigung vorbeugen können. Die sogenannte psy. Res®-Gesamtbilanz "Meine Arbeit & Gesundheit" hilft dem Einzelnen wie auch dem Unternehmen. Gesunde, motivierte Mitarbeiter sind der Garant für Effizienz und Erfolg auch in der Zukunft. Darüber kann sich der Arbeitgeber auch am Arbeitsmarkt verkaufen und seine Arbeitgebermarke profilieren. "Menschen der Generation Y, die gerade in den Job starten, legen - anders als materieller orientierte Generationen zuvor - großen Wert auf Sinnstiftung, Entwicklung, Work-Life-Balance und Spaß an der Arbeit." Der Blick in die Büchse der Pandora wird mit dem psy.Res®- Prüfsiegel belohnt. Unternehmen, die besonders starken Fokus auf gesunde Arbeit legen und den kontinuierlichen Unternehmensdialog fest installiert haben, erhalten das Siegel in Gold. Das, was sich nach außen gut präsentieren lässt, erfüllt gleichzeitig die seit 19. Oktober gültigen Rechtsvorschriften. Demnach ist der Arbeitgeber ab sofort ausdrücklich "verpflichtet", die psychischen Belastungen zu beurteilen da es um den Schutz "der physischen und der psychischen Gesundheit" geht. Dr. Nagel bietet daher einen Service für präventionswillige Unternehmen: Es steht ein Web-Portal zur online Nutzung zur Verfügung. psy.Res® analysiert die Qualität äußerer Arbeitsfaktoren (z.B. Arbeitstätigkeit oder Führungsverhalten) auf dem Hintergrund der arbeitsbedingten Gesundheit (z.B. Stresssymptome, Motivation, emotionale Vitalität).

Ressourcen gegen Burnout mobilisieren

Neu im Portfolio ist der "Nagel's Burnout Risk Check" (NBRC©). Er misst zweierlei: das individuelle Ausmaß des Risikos, in absehbarer Zeit an Burnout zu erkranken und die vorhandenen Ressourcen, die gegen drohende Burnoutgefahr aufgefahren werden können. Mit dem NBRC® stellt die Dr. Ulla Nagel GmbH Firmen ein Frühwarnsystem zur Burnoutprävention zur Verfügung. Es verknüpft die Diagnosen zur seelischen Balance, Sinnerfüllung sowie Anerkennung und Erfolg mit den Belastungsparametern aus der unmittelbaren Tätigkeit.

Verhaltensregeln gegen Burnout für jedermann

Zu guter Letzt ist wieder jeder selbst gefragt. Auch wenn der Arbeitgeber die Verhältnisse verändert, entlässt das den Einzelnen nicht aus der Pflicht, sein Verhalten zu verbessern. Zehn goldene Regeln bieten dabei Orientierung:

1. Bewusstheit schaffen und Achtsamkeit entwickeln - für sich und andere
2. Den Sinn des Tuns hinterfragen, Beschränkung, "Nein"-Sagen, Konzentration. Wenn ich heute noch einmal frei entscheiden könnte: Was aus meinem jetzigen Leben nähme ich mit?
3. Lebensrhythmen pflegen (Wechsel von Anspannung und Entspannung), lernen, sich zur Ruhe zu bringen - Entspannungsmethode trainieren.
4. Jahresinventur verankern - z. B. zur Jahreswende: Meine Vision - Meine Ziele - Erfolge bei der Umsetzung reflektieren und feiern.
5. "Zeit nur für mich" abstecken - dazu Rituale entwickeln, z. B. täglich 10-15 Minuten den Tag retrospektiv betrachen, Hobby wieder aufnehmen
6. Mindestens zwei Beziehungsabende/Woche gestalten: Partner/in und Freunde
7. Gesund leben: bewusste Ernährung, Bewegung, Schlaf, Pausen, Vorsorgeuntersuchung
8. Möglichst 3 Wochen zusammenhängend in Urlaub fahren - Puffer vor und nachher einbauen
9. Den Mut haben, Konflikte und Frustrationen zu klären. Der Andere ist höchstwahrscheinlich dankbar.
10. Den Mut nehmen, sich von Menschen und Verhältnissen zu trennen, die nicht mehr zum Wohlbefinden beitragen: Aushalten ist Feigheit.

Mehr Informationen unter www.ipu-nagel.de.