Berufsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen immer häufiger

Bildrechte: Flickr Headache Jose Navarro CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Über kaum eine Versicherung wird in Deutschland so viel diskutiert wie über die Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie ist essenziell, sagen die einen; zu teuer, sagen die anderen. Was bei dieser Diskussion oftmals außer Acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass sich die Krankheitsbilder zusammen mit der komplexer werdenden Arbeitswelt verändern. Vor allem psychische Erkrankungen sorgen vermehrt für Berufsunfähigkeit. Dieser Artikel erklärt, wie wichtig eine Absicherung in solchen Fällen sein kann und was es beim Abschluss zu beachten gilt.

 

Psychische Erkrankungen häufigster Grund für eine Berufsunfähigkeit

Bei der Entscheidung für oder wider eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehen sehr viele Menschen von falschen Annahmen aus. So beispielsweise davon, dass eine Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung im Grunde das gleiche seien. Doch das ist ganz und gar nicht der Fall: So ist ein Unfall nur in seltenen Fällen der Grund für eine Berufsunfähigkeit. Laut den Zahlendes Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist ein Unfall nur bei 11 Prozent der Männer und lediglich bei 4 Prozent der Frauen der Grund für eine Berufsunfähigkeit. Demgegenüber sind psychische Erkrankungen längst zur häufigsten Invaliditätsursache geworden: 30 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer scheiden aufgrund psychischer Leiden krankheitsbedingt aus dem Beruf aus. Zwar beträgt das durchschnittliche Alter bei einer Berufsunfähigkeit 47 Jahre, doch gerade bei psychischen Problemen können sie auch unabhängig vom Alter oder etwaiger Vorerkrankungen auftreten.

 

Jung abschließen und Beiträge sparen

Eine Unfallversicherung schützt in letztgenannten Fällen nicht. Dementsprechend wichtig ist es, sich früh genug abzusichern – zumal die staatlichen Sicherungen selten ausreichen, um bei einer Berufsunfähigkeit den Lebensstandard zu halten. Der Vorteil einer früh abgeschlossenen Police liegt auf der Hand: Je jünger und gesünder man bei Versicherungsabschluss ist, desto günstiger fallen die monatlichen Beiträge aus. So erklärt auch Dr. Peter Schwark von der GDV-Geschäftsführung: „Berufsunfähigkeit trifft keineswegs nur ältere Erwerbstätige. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig gegen das Risiko abzusichern. Zumal der Versicherungsschutz in jungen Jahren auch wesentlich günstiger zu bekommen ist.“ Wie die Kosten beispielhaft ausfallen können und welche Faktoren für die Berechnung der Beiträge entscheidend sind, veranschaulichen die Diagramme in diesem Artikel. Demnach sind neben dem Alter beim Abschluss der Police auch der Beruf, der Gesundheitszustand sowie die Rentenhöhe und die Versicherungsdauer entscheidend. Da die Versicherung sehr komplex ist, setzen sich auch die Kosten aus dieser Fülle komplexer Faktoren zusammen. Besonders der Gesundheitszustand ist dabei hervorzuheben: Um diesen zu ermitteln, wird auch nach Vorerkrankungen der letzten Jahre gefragt. Dabei ist Ehrlichkeit ganz wichtig: „Die Gesundheitsfragen müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden“, erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Wer schwindelt, fliegt später im Ernstfall bei der Leistungsprüfung auf und steht im schlimmsten Szenario sogar mit leeren Händen dar.

 

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