Ach ach ach - acht Jahre wird getrauert

Foto: Hagen König

„Bernarda Albas Haus“ im Staatsschauspiel

„Acht Jahre, das ist die Trauerzeit, und solange kommt
mir nicht einmal der Wind von der Straße ins Haus.
Wie hinter vermauerten Fenstern und Türen werden
wir leben. Genauso ging es im Haus meines Vaters
und meines Großvaters zu.” Bernarda Albas Mann
ist tot, jetzt wird getrauert. Und die fünf erwachsenen
Töchter sollen derweil ihre Aussteuer sticken. Nur
Angustias, die Älteste, könnte dem Arrest entkommen, denn sie ist bereits mit Pepe el Romano verlobt. Der ist allerdings nur auf ihr Vermögen scharf und schleicht nachts ums Haus, um Adela, die jüngste Tochter zu treffen. Entgegen aller Verbote begehrt Adela auf und trifft sich heimlich mit Pepe im Stall. Das kann Bernarda Alba nicht dulden. Mit der Flinte in der Hand treibt sie den Eindringling aus dem Haus und Adela in den Selbstmord. Federico Garcia Lorcas letztes Drama „Bernard Albas Haus” feierte im Dresdner Schauspielhaus unter der Regie von Andreas Krie- genburg eine umjubelte Premiere. Zu Recht. Auch, wenn ich beim Anblick des Bühnenbildszunächst Zweifel hegte, doch die weißen Stoffbahnen, die den Bühnenraum dominieren, wirken mindestens so beklemmend wie feste Wände.