Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Sylvio Dittrich, dresden-fotografie.de

Erstmals an einem DDR-Theater kam die Oper 1962 an den Landesbühnen Sachsen zur Aufführung und wurde 1995 zum 50jährigen Bestehen des Theaters von Joachim Herz erneut inszeniert. Anlässlich des 70. Todestages von Kurt Weill kommt das Werk nun zum dritten Mal in einer Inszenierung von Intendant Manuel Schöbel auf den Spielplan. Mit diesem fulminanten Gegenentwurf zur traditionellen Oper gelang Brecht und Weill ein nachhaltig wirkungsmächtiges Werk. Sorgte es bei seiner Uraufführung 1930 in Leipzig noch für einen der geräuschvollsten Theaterskandale Deutschlands, avancierte es schon 1931 in Berlin mit 50 Aufführungen zur erfolgreichsten Pro- duktion der Weimarer Republik. Die aktionsreiche Geschichte um die Gründung und den Untergang der Stadt Mahagonny hat die Spannung eines klassischen Westerns. Herrschen hier zunächst paradiesische Zustände, wandelt sich die Stadt angesichts der Bedrohung durch einen Taifun zu einer Metropole enthemmter Genusssucht und Gesetzlosigkeit. Die urbane Vision Mahagonny wird zum Zerrspiegel, vor dem sich die bis heute drängenden Fragen nach der Gestalt eines funktionierenden Gemeinwesens lustvoll verhandeln lassen. Weills grandiose Musik zitiert ironisch Klassisches wie Bach`sche Fugen oder Webers „Freischütz“ und Traditionelles wie Linckes „Schenk mir doch ein kleines Stückchen Liebe“, Shanty, Blues, Tarantella und Bayrische Schrammelmusik. Stellvertretend für die Lieder mit „Hit“-Status sei der «Alabama-Song» genannt.

 

Termine Hauptbühne: 7.12., 15.12., 20.12., 10.1., 19.1., 29.2.2020 (Theater Eisleben)