Afrika auf's Dach gestiegen

Kilimanjaro, Tansania, Sansibar - Eine Reise, ein Traum!

Auf dem Gipfel des Kilimanjaro zu stehen, ist die Erfüllung eines Traumes für zahllose Bergsteiger weltweit. Schon der Name des höchsten Berges Afrikas klingt nach Abenteuer und einzigartiger Herausforderung. Dominant steht der imposante Vulkankegel in der ostafrikanischen Ebene und seine schneebedeckte Krone ist weithin sichtbar. Die Geschichte des Kilimanjaro ist eng mit deutschen Namen verbunden: so wusste schon im Jahre 1848 der deutsche Missionar Johannes Rebmann vom Schnee am Kilimanjaro zu berichten, ehe der Leipziger Verleger Dr. Hans Meyer und der Tiroler Extremalpinist Ludwig Purtscheller den Gipfel des Kilimanjaro im Jahre1889 bezwangen. Eine Gruppe Münchner hat es auch gewagt. Lesen Sie mal!

Heutzutage werden die Bergsteiger am Kilimanjaro von umfangreicher Logistik unterstützt - Träger, Köche, Guides und viele helfende Hände sind dabei, um Erlebnis und Erfolg der Gäste zu maximieren. Bergsteigerische Vorkenntnisse sind in der Regel nicht nötig, aber ein fester Wille und eine gute Konstitution sind unbedingte Voraussetzung für den Gipfelerfolg. Um den höchsten Punkt des Kilimanjaro, den Kibo, zu bezwingen, gibt es mehrere Möglichkeiten - je nach persönlichen Fähigkeiten und Vorlieben können Gipfelstürmer verschiedene Routen wählen. Die Marangu-Route, auch "Coca-Cola-Route" genannt, gilt als die komfortabelste Aufstiegsvariante - übernachtet wird in Berghütten. Auf dem Weg zur Kibo-Hütte hat man einen fantastischen Blick auf Kibo und Mawenzi. Auf der Machame-Route, auch als "Whisky-Route" bekannt, übernachten die Bergsteiger in Zelten. Die Route ist anspruchsvoller, allerdings auch sehr abwechslungsreich. Der Morgen des Aufstieges beginnt mit der Verteilung des Gepäcks. Ein Teil verbleibt im Hotel, ein Teil wird in den Tagesrucksack verpackt und der Rest wird später von den Trägern transportiert. Die Tour beginnt mit einer Wanderung durch den morastigen Regenwald in Richtung Machame Hütte, in deren Nähe die Zelte am ersten Abend aufgeschlagen werden. Am nächsten Tag führt der Weg durch Heidekraut auf das Shira Plateau. Etwa sechs Stunden ist man am heutigen Tag unterwegs, bevor sich abends vom Camp aus eine fantastische Sicht auf Mt. Meru und Kibo eröffnet. Nach einem Frühstück aus Würstchen, Eiern und Toast führt der Weg am dritten Tag über eine Höhe von ca. 4600m ins Barrancotal auf ca. 3950m hinab. Das wunderschön mit Lobelien bewachsene Tal bietet einen imposanten Blick auf den Kibo mit seinen Eisgletschern. Mit dem Blick auf die in der Ebene liegenden Dörfer gilt es am Tag vier, die Barranco-Wand zu bezwingen. Über das Karangatal und einige weitere steile Aufstiege, erreichen die Bergsteiger abends das Barafu Camp - der Mawenzi zur einen Seite und der Mt. Meru zur anderen bieten hier eine herrliche Kulisse. Die Aufregung und Anspannung ist heute überall zu spüren. Gegen Mitternacht beginnt der Gipfelsturm. Die Kälte ist unerbittlich und das Gehen im losen Gestein kostet Kraft, doch die Aussicht auf den Gipfelerfolg setzt ungeahnte Kräfte frei. Im Sonnenaufgang erreichen wir Stella Point und nach einer weiteren Stunde stehen die Gipfelstürmer erschöpft, aber glücklich auf dem höchsten Berg Afrikas. Zurück im Lager wird eine wärmende Suppe gereicht, bevor der Abstieg entlang des Kammes in Richtung Mweka Camp beginnt. Am letzten Tag erreichten wir das Mweka Gate, wo die Gipfelurkunden verliehen werden und die Helfer sich nach sechs intensiven und eindrucksvollen gemeinsamen Tagen verabschieden.