Acht mal A

Gerhard Golze bei der Händlerpräsentation des Audi R8 in Las Vegas.

Spupersportler Audi R8

Gerhard Golze über die Händlerpräsentation des Audi R8 in Las Vegas

Ich frage mich, ob es Ihnen ebenso ergangen ist wie mir: Ich war von Sportwagen fasziniert, bevor ich überhaupt Autos mochte. Vielleicht hängt dieses frühe Empfinden mit der Tatsache zusammen, dass viele Autofanatiker die Vollendung automobilen Schaffens im Rennsport sehen und ein straßentaugliches Modell seine Gene möglichst von da vererbt bekommen sollte.

So dürfte es nicht verwunderlich sein, dass mir als ehemaliger Motorsportler ein Sportwagen, der auf einem Rennwagen basiert, als Nonplusultra erscheinen muss. Technische Konzepte und Entwicklungen, die ihre Bewährung auf Rennstrecken unter Beweis gestellt haben, sind Garant, ein Erlebnis auf die Straße zu bringen, das dem Fahrer eines Sportwagens höchste Lust vermittelt. Sportwagen verkörpern somit nicht nur die Erfüllung lang gehegter Träume, sondern sie nötigen dem, der sich ihnen nähert, auch eine gehörige Portion Respekt ab.

 

Sportwagen haben für Männer etwas Sinnliches und Elementares, nur schwer kann man sich dieser Ausstrahlung entziehen. Sollte man es doch versuchen, verhält es sich wie mit der Frau, die man einst liebte und an die man nicht mehr erinnert werden möchte, bis sie eines Abends anruft.
Der Zeitpunkt, die Umstände und eine Portion Glück haben es mir ermöglicht, 1991 die Verhandlungen mit Porsche aufzunehmen, die dazu führten, als Mann der ersten Stunde diese Marke und damit den Reiz Sportwagen nach Dresden zu holen. In den darauffolgenden Jahren bis 2002 wurde für mich faktisch der Traum Sportwagen Wirklichkeit.
Es ist also nicht verwunderlich, dass, als ich am 07.02.2007 in das Charterflugzeug von Audi in Berlin-Schönefeld einstieg, um zur Internationalen Händlerpräsentation des Audi R8 nach Nevada zu reisen, Vorfreude, Erwartung, Verlangen und die Leidenschaft für Sportwagen Kopf und Herz beschäftigten. Auch deshalb, weil fast auf den Tag genau vor 10 Jahren in Arizona die Internationale Vorstellung des Porsche Boxster Vergleichsgedanken bezüglich der Präsentation und der Verwirklichung des Sportwagengedankens in mir erweckten. Zurück zum Letzteren und dem Versuch meinerseits, acht alte und fremde Sprachen zu bemühen, um die Wirkung des Audi R8 zu beschreiben.

Fotos: Gerhard Golze

Nach 14 Stunden Flug in Las Vegas angekommen, war der Anflug von Müdigkeit nicht von den Augen zu weisen.
Selbige verflog wie vom Winde verweht, als vor dem Hotel „The Ritz Carlton“ die ersten R8 leibhaftig auftauchten. Welche Ausstrahlung, welche Faszination, das Maß der Ringe stand zum Angreifen nahe vor mir. Wie organisch mit seinem Element der Straße verbunden, saugt sich der Audi R8 mit 19-Zöller, seiner tief herabgezogenen Frontansicht, dem fast erotisch wirkenden Heck und einer sensationellen Seitenform am Asphalt fest.
Dynamischer kann ein Automobil selbst im Stand kaum sein und die Augen des Betrachters werden von den beeindruckenden Luftein- und -auslässen, den Zwillingsauspuffrohren rechts und links am Heck magisch angezogen.

Einzigartig, und ich meine ein Kunstwerk des Designers Walter de Silva, wie die hohe Aufmerksamkeit und Beachtung der Menschen für den Audi R8 unter Beweis stellt. Die Mission als Supersportwagen und sein Erscheinungsbild stellen eine noch nie erreichte Übereinstimmung von Form und Inhalt dar.
Das gilt auch für den 4.2 Liter großen V8-FSI-Mittelmotor, der sich unter einer Glasscheibe dem Betrachter präsentiert und automatisch Assoziationen an das Le-Mans-Siegerauto erweckt. Ein optischer Genuss und schiere Kraft aus der 8-Sterne-Küche von Audi, die mithilfe des Quattro-Allradantriebes auf die Fahrbahn gebracht wird. Dass die Akustik stimmt, versteht sich von selbst.

Dass ich vor dem Audi R8 stehend sofort Lust auf mehr bekam, werden Sie verstehen. Noch wurde meine Geduld bis zum nächsten Morgen auf eine harte Probe gestellt. Nach einer unruhigen Nacht war es dann so weit und bereits vor dem Anlassen des Motors drängte sich mir die Frage auf, ob bei erlaubten 55 Meilen und strengen Sheriffs die mir eigene Diszipliniertheit ausreichen würde, um den drohenden Konflikt mit dem Gesetz zu vermeiden. Ein Audi RS4 übernahm die Führungsposition und damit die Verantwortung für die Geschwindigkeit. Fürs Zurechtfinden hatte bestens das mehr als komfortable und präzise Navigationssystem gesorgt. Das wird auch gebraucht. Immerhin ist man in 4,2 Sekunden bei Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit endet bei 301 km/h. Das Erlebnis und die Beschreibung  verschob ich aus Vernunftgründen auf später.

Sofort kann ich berichten vom Innenraum, einem Arbeitsplatz, der Träume Wahrheit werden lässt, Platz für wahre Sitzriesen hat und die Qualität der Verarbeitung und Materialien von allem bisher Erlebten in den Schatten stellt.
Audi hatte ein Premiumfahrerlebnis versprochen, auf dem Handlingsparcours des Las Vegas Race Track oder den 82 Meilen um die Stadt und durch das Valley of Fire konnte ich als Fazit 100% Emotion, Alltagstauglichkeit, souveräne Fahreigenschaften wie Richtungsstabilität, präzise Abstimmung, fantastische Aerodynamik, eine optimale Gewichtsverteilung und ungebremste Lust auf mehr R8 konstatieren. Vergleichsgedanken zu anderen Sportwagen habe ich zu den „Akten“ gelegt, nicht weil sie nicht auch ihre Berechtigung haben, sondern weil der Audi R8 ein Konzept darstellt, das bisher einmalig ist. Nicht Menge, sondern Qualität ist die Audi-Philosophie, kein Wunder also, dass die Jahresproduktion 2007 bereits ausverkauft ist. Der R8 ist auf dem Weg zur Siegertreppe – die Voraussetzung dazu bringt er allemal mit. Wer als Dresdner Lust auf eine erste Begegnung hat: ab Ende April im Showraum des Autohauses Dresden Reick der Audi R8.