30. Beitrag: "Promis, die man so trifft" (31. Januar)

Anja K Fließbach mit dem Sänger Michael Holm.

Wenn man so wie wir gern mit Schiffen verreist, trifft man interessante Leute. Auch viele Prominente sind uns dabei über den Weg gelaufen. Schnell vergisst man die Unterschiede und wird Freund mit Sängern, Schauspielern und Politikern. Man verbringt seinen Urlaub zusammen, erlebt Abenteuer und unterhält sich über private und familiäre Dinge, knüpft herzliche Bande...
Ganz privat an Bord haben wir Sänger Michael Holm ("Tränen lügen nicht.") getroffen. Der Vater eines kleinen Sohnes wurde schnell Louisas bester Freund. Sie  jubelten, lachten und tanzten zusammen. Wir gingen auf Krokodil-Safari undwaren sogar an Bord, als die Tochter seiner Managerin heiratete. "Diese Schiffsreisen haben etwas Erhabenes", erklärte Michael. "Man kann sich ausruhen, zurückziehen, aber auch viele nette Leute treffen."

Besonders gern plauderte ich mit Nicole Heesters. Wir saßen in ihrer Suite oder in Salons mit Blick auf das Meer. Es war für mich eine Ehre, dass sie so viel Zeit mit mir verbrachte. Das tat sie nicht mit vielen. "Ich bin sehr ungeduldig mit dummen Menschen", verriet sie mir. "Da ziehe ich mich zurück. Man soll nicht erst versuchen, Menschen zu ändern. Man kann es nicht." Ich lernte viel von der Tochter Johannes Heesters. Sie hatte eine Einstellung zum Leben, die mich faszinierte und meiner ähnlich war. Wie das eben so ist auf einem Schiff. Es treffen sich Menschen mit ähnlichen Idealen. "Ich bin fasziniert von der Schönheit der Natur. Ich genieße ganz bewusst Blumen, Tiere, beobachte Vögel und den Himmel. Das ist mir wichtig. Ich habe nur das eine Leben und jeden Tag versuche ich, es mir bewusst zu machen", meinte sie. Besonders angenehm an dieser ruhigen, manchmal streng wirkenden und stilvollen Frau war, wie sie die kleinen Dinge schätzte. "Das ist unsagbar wichtig. Es ist nicht leicht, das Leben. Ich hoffe nicht mehr, dass ich die Welt verbessern kann. Das kann ich nicht. Aber ich kann mich verbessern." (das ganze Gespräch auf www.disy-magazin.de).

Einer, der die Welt auch nicht verbessern kann, sie aber kennt wie seine Westentasche ist Hardy Krüger. Der Weltenbummler schwärmte stets von fremden Ländern, besonders von Kenia und dem Kilimandscharo. Aber auch die Arktis sei so eine Gegend auf der Welt, die einfach fasziniert. "Ich bin heute gern mit Schiffen unterwegs, denn hin und wieder gibt es doch mal eine Ecke der Welt, in der ich noch nicht war", erklärte er mir.
Ähnlich sieht es Katja Ebstein. Die Sängerin, die unglaublich schlank und zerbrechlich wirkte,  war sehr nett und hielt immer noch verliebt ihren Mann an der Hand. "Auf den Schiffen komme ich meinem Publikum sehr nahe. Ich genieße das Feedback", so der Star.
Besonders nah waren wir Katja Ebsteins Pianisten Martin Gärtner und seiner Freundin. Mit den beiden eroberten wir die Strände dieser Welt. Martin war ein Meister im Sandburgen bauen und wenn er bei seinen Solokonzerten zusammen mit meiner Tochter Louisa auftrat, jubelten die Passagiere.

Begeistert von Louisa war auch Show-Star Marlene Charell. Sie hatte ein besonderes Talent zum Malen und so saß sie stundenlang mit meiner Tochter über irgendwelchen Zeichnungen. Ihr Mann Dodi, Multimillionär und Jetsetter, war ein besonders herzlicher Mann. Er konnte gar nicht verstehen, wie ich allein mit einemKind das Leben bestreitete und das auch noch selbstverständlich fand. "Du brauchst einen Mann, Anja", erklärte er immer wieder. "Einen, der sich um euch kümmert." Was für Tipps man doch so bekommt an den Ufern des Meeres.
Auch Franz Alt, Ex-Leiter und Moderator des politischen Magazins "Report" und des Magazins "GRENZENLOS trafen wir an Bord. Mit dem Bambi und Grimme-Preis-Gewinner diskutierten wir stundenlang die großen ökologischen Fragen. "Die Sonne schickt täglich 15.000 mal mehr Energie als zur Zeit alle sechs Milliarden Menschen verbrauchen", erklärte er. "Dieses Angebot empfinden wir als Geschenk des Himmels. Wir benutzen die Energie vom Chef selbst sehr gerne. Sie ist umweltfreundlich, klimaverträglich, kostenlos und reicht noch 4,5 Milliarden Jahre." Ein engagierter Mann.
Genau wie Klaus Bednarz, der 18 Jahre lang die Redaktion des ARD-Magazins "Monitor" leitete und eine Dokumentation über "Das Ende der Welt" in der ARD erarbeitete. Er war mit uns in Feuerland und Patagonien und schwärmte über die Region: "Die chilenischen Fjorde: wild, kalt, stürmisch, Gletscher, Eisberge - auch im Sommer, Vulkane und undurchdringlicher Regenwald, eine Traumlandschaft."

Die einzige Frau, deren Schicksal meinem ähnelte, war Moderatorin Inka. "Frau mit Kind, arbeiten und trotzdem das Leben genießen? Klar. Geht. Siehst du doch an mir", erklärte sie.
Es sind also nicht nur die fremden Länder, die Erholung oder das Essen, was das Faszinierende an Kreuzfahrten bzw. Weltreisen ist. Es sind immer die Menschen, manchmal auch die Prominenten, die man trifft.

Anja Fließbach: Mittwoch, 31 Januar 2007, 20:44 Uhr

Kommentare zum 30. Beitrag

liebe anja. bei deinen texten finde ich so klasse, dass sie immer wieder anders sind. immer wieder neu. immer wieder überraschend. immer wieder spannend. immer wieder faszinierend und besonders. ich gehe davon aus, dass du selbst genauso bist. kann das sein? s.

Kommentiert von: S. | Mittwoch, 31 Januar 2007, 21:52 Uhr

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Hallo Frau Fließbach, hatte ja versprochen mal nach den Einträgen bei Brigitte zu sehen undhabe es nun auch, zugegeben erstmalig, getan. Schöne heile Welt auf Ihrem Schiff. Weiterhin viel Spass und ich schau mal wieder rein, versprochen. Liebe grüße Steffen Kludig

Kommentiert von: Steffen Kludig | Mittwoch, 31 Januar 2007, 21:58 Uhr

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Hallo Anja,
erst hatte ich grosse Zweifel, ob mir dein Blog gefallen wuerde. Kreuzfahrt, das hoert sich so gediegen an, und ich dachte die (reichen) Leute, die mitfahren, sind wahrscheinlich groesstenteils oberflaechlich und langweilig.
Doch deine Berichte haben mich etwas anderes gelehrt. Ich finde es spannend und wunderschoen, wie du mit so unterschiedlichen Menschen und Schicksalen in Beruehrung kommst. Du hast aber sicher auch das Talent dazu. Wie machst du das nur? Ich bin 28 und schon kontaktfreudig, aber ich weiss nicht, ob ich es schaffen wuerde, mit so vielen unterschiedlichen Leuten zu sprechen. Kommt das auch durch deine "Funktion" als Reporterin/Journalistin auf dem Schiff? Wissen alle Passagiere, dass du auf dem Schiff bist, und bist du somit eine kleine Beruehmtheit, mit der die Leute reden wollen? Wuerde mich wirklich interessieren, wie du die Kontakte knuepfst, ich finde das toll. Und auch deine Fotos - ich hatte Vorurteile, bevor ich die gesehen habe, dachte, du bist sicher dick geschminkt und immer superschick - aber du wirkst sehr natuerlich!
Kompliment an dich, deinen Blog, und deinen Mut, dir Traeume zu erfuellen. Hut ab, wirklich. Und weiterhin alles Gute.

Kommentiert von: Emma | Donnerstag, 1 Februar 2007, 9:44 Uhr

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"... Es sind immer die Menschen, manchmal auch die Prominenten, die man trifft...." - wobei natürlich das Zusammensein relativ vieler Menschen auf (ebenso relativ) kleinem Raum natürlich ein Miteinander der besonderen Art zustande kommen lässt. Wir (Ehepaar in den 50igern) unternehmen seit Jahren regelmäßig Kreuzfahrten (knapp 700 Seetage sind es bisher - auch ohne Weltreise - geworden) und haben dabei festgestellt, dass man nirgendwo sonst so leicht in Kontakt mit den Mitreisenden kommt. Alle verbindet das gemeinsame Ziel, die Freude am Reisen und Erleben. Dabei spielt es keine Rolle, ob man die Reise nun bezahlt oder - wie von S. vermutet und wahrscheinlich auch realistisch - als Journalistin vom Veranstalter gesponsort bekommt. Letztendlich haben doch alle was davon: Der Veranstalter Phoenix für seine AMADEA und wir als staunende Reisebegleiter aus der Ferne.
H.

Kommentiert von: HaZweiO | Donnerstag, 1 Februar 2007, 17:08 Uhr

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Wenn Du die ganze Nacht feierst, oder am Abend noch an der Bar sitzt oder an Deck zum Träumen bist, nimmst Du dann ein Babyphon mit oder gibt es am Schiff Babysitter zu mieten? Gibt es dort eine Kinderbetreuung, wo man sein Kind ein paar Stunden beaufsichtigen lassen kann? Was macht Dein Kind denn auf dem Schiff? Ich stelle mir das recht schwierig vor, allein mit einem Kind.

Kommentiert von: Laura | Donnerstag, 1 Februar 2007, 17:18 Uhr

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Hallo aus der Heimat,
natürlich lese ich Deine Beiträge regelmäßig und...Du machst das hier ganz toll! Jeden neuen Eintrag in deinen Blog erwarte - nicht nur ich - mit Spannung. Wär interessant, wenn sich die Kommentatoren Deiner ersten Berichte auch wiedermal zu Wort melden. Finde es gut, dass Du uns alle recht emotionell an Deinen Reiseeindrücken teilhaben läßt. Wer dich kennt, weiss, das bist Du!
Drück Louisa von mir und sei lieb gegrüßt!
Gerd

Kommentiert von: gerd | Donnerstag, 1 Februar 2007, 20:32 Uhr

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Hallo
Emma sei gesagt, es sind mehr "normale" Menschen auf dem Schiff. Wir kennen es und haben auch über 60 000 Seemeilen (rd120 000 km) im Bordbuch. Es sind von "einfachen" Arbeiter bis zum Millionär alles vorhanden.Anja hat ja eine Sonderstellung an Bord, obwohl man den Promis doch sehr nah kommt ,denn man sitzt "im selben Boot"
Hallo Anja, ich wünsche mir mehr Berichte vom Schiff z B von Christian und seiner Crew.
Viele Grüße
Gerd Ramm

Kommentiert von: Gerd | Donnerstag, 1 Februar 2007, 21:17 Uhr

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Hallo Gerd (Ramm),
ja, das Schiff kommt tatsächlich etwas zu kurz. Auch wir kennen die AMADEA und waren besonders von der mitreisenden Showtruppe angetan. Ist die noch mit an Bord Anja?
H.

Kommentiert von: HaZweiO | Freitag, 2 Februar 2007, 14:32 Uhr

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(Letzte Aktualisierung: 18.02.2007)