18. Beitrag: "45.000 Eier bis Montevideo" (15. Januar)

Anja K. Fließbach und der aus Österreich stammende 34jährige Chefkoch Rupert Kien (Foto: Anke Mittelhäuser)

Als wir beim Frühstück saßen, aßen die Leute Speck und Schinken. Als wir eine Stunde später einen Tisch zum "Mensch ärgere dich nicht" - Spiel einnahmen, aßen die Leute neben uns Obst und Sandwiches. Eine halbe Stunde später, die Band Poseidon spielte zum Frühschoppen auf, aßen die gleichen Leute Spanferkel und Sauerkraut, um sich eine halbe Stunde später zum Mittag in die Schlange am warmen Buffet einzureihen...

"Auf diesem Schiff können die Passagiere 24 Stunden am Tag essen", so Chefkoch Rupert Kien (34). Und offensichtlich tun sie es. Der Küchenchef beaufsichtigt 51 Mitarbeiter in der Küche der „MS Amadea", bietet von 6 bis 23 Uhr Speisen in den Restaurants und in den Bars, in der Nacht gibt es Kabinenservice. Der gebürtige Österreicher fährt seit zehn Jahren zur See und weiß, das Essen auf dem Schiff für viele Passagiere wichtiger ist, als zum Beispiel die Ausstattung der Kabinen. Die Schlangen an den Buffets inspirierten mich zu einem Report über die Küche des Schiffes, bei dem ich unter anderem erfuhr, dass wir seit Beginn der Weltreise 45000 Eier gegessen hatten.

Bei der Küchenführung, während Anke und ich ein Champagnersorbet kosten durften, freundete sich Louisa mit den Köchen an. "Willst du uns helfen?", fragte Rupert Kien und natürlich willigte mein Kind ein. Also stand sie am nächsten Tag mit Schürze und Kochmütze in der Küche und lud uns mittags zu einem selbst gekochten Menü ein. Koch Christian hatte ihr geholfen und so bekamen wir Nudelsuppe, Pasta mit Tomatensoße und Eierkuchen von ihr persönlich serviert. Völlig geschafft wischte sie sich den Schweiß von der Stirn und sagte: "Dieser Job ist ganz schön schwer." Sie war aufgeregt und stolz. Außer den Tagen am Strand in Brasilien hatte ihr der Vormittag in der Küche bisher am besten auf dieser Reise gefallen.

Überhaupt waren die Köche, Kellner und Restaurantchefs die Leute auf dem Schiff, die außer Kapitän und Kreuzfahrtleiter, am nettesten zu meinem Kind waren. Sie schwatzten mit ihr, machten Spaß, spielten, kochten ihre Lieblingsessen, nahmen sie ernst. Kurz, sie kümmerten sich herzlich um sie. Insofern schwärmten wir genauso vom Essen auf dem Schiff wie die meisten anderen Passagiere, waren die Besuche in den Restaurants (neben den Shows) die Höhepunkte der Seetage. Küche und Restaurants werden auf der "MS Amadea" von der Firma "Sea Chefs" bewirtschaftet, die auch die "MS Europa" betreut.
Der Beitrag wird heute nicht so lang wie sonst, wir müssen zum Abendessen…

Autorin: Anja K. Fließbach
(Geschrieben am Montag, dem 15. Januar 2007, 2:03 Uhr)

Louisa Fließbach in der Küche der "MS Amadea" (Fotos: Anke Mittelhäuser)

Kommentare zum 18. Beitrag

Ich möchte auch so tolles Essen haben. Klingt wie in einem Sternelokal. Was gibt es denn so für Gerichte?

Kommentiert von: Sascha | Donnerstag, 18 Januar 2007, 21:30 Uhr

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...und gibt es Zahlen wie viel die Leute so essen auf dem Schiff?

Kommentiert von: Sascha | Donnerstag, 18 Januar 2007, 21:32 Uhr

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Zahlen hat mir Chefkoch Rupert Kien für euch gegeben. Der Verbrauch vom Beginn der Reise in Nizza am 20. Dezember bis zum 14. Januar in Montevideo:
- Gemüse 11.450 Kilo
- Kartoffeln 3.200 Kilo
- Obst 14.640
- Ananas 3.350 Kilo
- Butter 1.110 Kilo
- Milch und Sahne 6.200 Liter
- Eiscreme 1.950 Liter
- Fleisch 9.600 Kilo
- Brötchen 34.500 Stück
- Kuchenstücke 22.400
Das ist mal ein Überblick. Wegen der Gerichte: Ich nehme heute mal eine Speisekarte mit und schreibe euch, was es heute gibt.
LG

Kommentiert von: Anja K. Fließbach | Donnerstag, 18 Januar 2007, 23:43 Uhr

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(Letzte Aktualisierung: 22.01.2007)