118. Beitrag: "Lunch im Burj Al Arab" (12. Mai)

Die Sicherheitsbeamten stoppten unser Auto schon vor der Einfahrt. "Sie können hier nicht weiter", hieß es streng. Der Mann blickte in unseren kleinen Bus und musterte die sieben Leute vom Schiff. Hoteldirektor Rainer gab mir einen Zettel nach vorn und ich lächelte den Wärter honigsüß an: "Doch, wir haben eine Reservierung um 14 Uhr im Al Iwan." Der Mann verglich unsere Reservierungsnummer von dem Zettel mit einer Liste und wurde freundlich...

Die Ampel schaltete auf Grün und der Weg war frei. Es war imposant, wie das Teflonsegel des Burj Al Arab, des berühmtesten und luxuriösesten Hotels der Welt auf einer künstlichen Insel vor uns lag. Man konnte das einzige 7 - Sterne - Hotel der Erde als Tourist nicht einfach so besuchen. Entweder man buchte eine Nacht in einer der luxuriösen Suiten über zwei Etagen oder man buchte eine Führung, die allein schon 50 Dollar kosten sollte oder man reservierte wie wir einen Tisch zum Essen.  Grundpreis 170 Euro pro Person für ein Buffet zuzüglich Getränke (und Wein war immens teuer).
Aber die Nachfrage bestimmte hier die Preise. Und obwohl eine der 170 qm großen, doppelstöckigen Suiten ab 2000 Euro die Nacht (nach oben offen) kostete, war das Hotel fast immer ausgebucht. "Sie haben maximal im Sommer, wenn es sehr heißt ist, die Möglichkeit einer Reservierung", sagte der Headwaiter, der uns im Restaurant begrüßte.
Gerade wollte ich beim Concierge die Reservierungsnummer durchgeben, damit mein Gast Helmut Meckelburg an der Sicherheitskontrolle durchgelassen wurde, da stand er auch schon vor mir. Wie, bitte schön, war der General Manager vom "Taj Palace" hier rein gekommen. Aber ich erinnerte mich an die Wirkung seiner Visitenkarte mit dem goldenen "Taj" - Logo vom Vortag. Er stellte mir seine Freundin Kenny, ein Model, vor und ich den beiden meine Freunde vom Schiff.
Das Buffet war reichlich, die Gesellschaft unterhaltsam und immer wieder servierten die Kellner neben den Köstlichkeiten vom Buffet allerlei Leckereien von Sushi bis zu frischem Lachsfilet und gebratenen  Garnelen. "Das Essen ist nicht schlecht", sagte ich in die Runde und blickte Richtung Wolfgang, dem amtierenden "Amadea" - Küchenchef. "Aber das könnt ihr mindestens genauso gut." Das war kein Kompliment, sondern meine ehrliche Meinung. Wir kamen, da verwöhnt vom Schiff, von einem sehr hohen Level.
Doch das Hotel hatte natürlich noch andere Maßstäbe. Es war im Jahr 2000 erbaut worden und wurde schon wegen der gigantischen Investitionssumme von 1,2 Milliarden Euro und der Klassifizierung mit 7 Sternen (die hatten sich die Betreiber übrigens selbst gegeben), schnell berühmt. Zwischen den Gängen schlenderte ich mit Louisa durch die goldene Hotelhalle des 321m hohen Gebäudes. Eine chinesische Designerin hatte die opulente Innenausstattung übernommen und wir konnten zwischen echtem Gold, Seide, Samt und Kristall schwelgen. Nach oben durften wir nicht fahren, dabei hätte ich gern das "Himmel-Blick" - Restaurant "Al - Muntaha" (in 200 Metern Höhe) in der 27. Etage und den Hubschrauberlandeplatz auf der Plattform im 28. Stock gesehen. Dafür durften wir ausnahmsweise mal runter in das "Al - Mahara", das berühmte Restaurant unter dem Meer. Doch von wegen mit dem U - Boot ins Restaurant fahren. Es war nur ein animierter Fahrstuhl, der einem das Gefühl eines U - Boots vermitteln sollte und statt einem Blick durch  Glasfenster ins Meer, gab es ein großes, rundes Aquarium, um das herum Tische und Stühle aufgestellt waren. Aber vielleicht erschloss sich mir der Effekt nicht, weil das Restaurant geschlossen und leer war.
Nach dem Dessert aus Kamelmilch und einem guten, arabischen Tee, verabschiedeten wir uns von Helmut und der hübschen Kenny. Vielleicht würde sie einmal für die "Disy  Dubai" modeln. Wer weiß.
Am Ausgang ließen wir die noblen Ferraris und Rolls Royces stehen und ließen uns stattdessen ein Taxi rufen. Helmut fuhr mit Kenny im Porsche vorbei. "Ciao Helmut, vielen Dank für alles!"
Als die "MS Amadea" am Abend ablegte und wir zur Auslaufparty mit unseren Freunden an Deck standen, resümierten wir und verglichen. Die Bautätigkeit in Dubai überstieg alle Superlativen. Hier 200 Hochhäuser, dort 600 Villen, dort 800 Residenzen und wieder 100 Hochhäuser... Wie lange es dauerte und wie kompliziert es war, in Deutschland die Genehmigung für den Bau eines Hauses zu erwirken oder eine Firma zu etablieren. Zum Anschauungsunterricht nach Dubai sollten unsere Bürokraten fahren. Ferner hatte die Stadt auf mich ein wenig wie Las Vegas gewirkt. Bunt, künstlich und verrückt. Nur, dass in Las Vegas alles Pappe und Plastik war und in Dubai massives Gold und Marmor. Das Burj Al Arab hatte mich etwas enttäuscht. Es war zwar gewaltig und beeindruckend. Aber durch die hohen Erwartungen, die ich durch TV - Reportagen und Berichte hatte, wirkte es im Vergleich weniger gigantisch. Ich sagte das bei der Ausfahrt meinen Freunden offen und ehrlich. Sie dagegen waren ohne Erwartungen gekommen und tief beeindruckt. Das sieht man wieder, wie unterschiedliche Maßstäbe ein und dieselbe Sache auf verschiedene Menschen unterschiedlich wirken lassen.
Von der Dynamik und dem Luxus dieses Emirates allerdings war ich tief beeindruckt und - unglaublich müde. Aber es war keine Landtagspause in Sicht.
Morgen und in den nächsten Tagen folgen: Katar, Abu Dhabi und mein Essen mit dem Kapitän.
Spruch des Tages: Reisen ist die zwingende Verbindung von Abschied, Ankunft, Abschied. Der Abschied von daheim wird durch Neugier überdeckt, der Abschied vom Reiseziel durch Wehmut: Werden wir uns wieder sehen, und wie? Die Russen sagen ein tröstliches Wort, wenn sie voneinander Abschied nehmen: "Die Berge kommen nicht zusammen, weil sie kein Herz haben, aber die Menschen kommen immer wieder zusammen." (Aus Manuelas "Amadea" - Sprüchesammlung)

Musiktipp zur Stimmung: "Save The Best For Last", Vanessa Williams
Anja Fließbach: Samstag, 12 Mai 2007, 13:24 Uhr

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