Das aktuelle Editorial der Chefin!

Ich verstehe ihn sogar. Ich verstehe, was in ihm vorgeht und warum er mich und die drei Kinder verlassen hat. Die Begründung: „Ich will für mich einfach mal etwas verändern.“ 

Ja, der Alltag ist schon nicht sehr berauschend. Ich selbst habe oft das Gefühl, ich bin mehr dabei, mein Leben aufzuräumen und zu verwalten, als es zu erleben. Immer gibt es Lebens-Baustellen, die scheinbar nie fertig werden und man wartet immer auf irgendwelche Handwerker, die trotz Zusage doch nicht kommen oder nur Murks bauen.

Und so klebt man scheinbar fest und kommt nicht voran. Spülmaschine ausräumen, Spülmaschine einräumen, aus, ein, aus, ein. Waschmaschine einräumen, ausräumen, ein, aus, ein, aus. Aufräumen ohne Pause. Auf Arbeit: Finanzamt, Buchhaltung, Meetings, Versicherungen, Verträge, Tabellen, Mitarbeiterfragen. – so viele Unterschriften. KFZ, Immobilien, Reinigungskräfte, Vertriebsprobleme, Messen und reale Handwerker, die echten Murks handwerken und ganz nebenbei gebe ich jeden Monat drei bis vier Magazine mit bis zu 240 Seiten in die Druckerei.

Da bleibt nicht viel Zeit, das Leben zu feiern. Für die Einladungen am Abend habe ich keine Zeit oder bin zu müde. Und so trudelt das Leben so an einem vorbei. Die Zeiträume zwischen Striezelmarkt und Striezelmarkt werden immer kürzer. Ich mag Weihnachten schon gar nicht mehr, weil es mir bewusst macht, wie kurz das vergangene Jahr war. Als mein Vater mit 64 Jahren kurz vor‘m Ende seines Lebens war, höre ich ihn noch. „Das war's also“, sagte er. Und als ich meiner Mami (auch 64) sagen musste, dass sie gleich sterben würde, begannen ihr still die Tränen über die Wangen zu laufen.

Meine Tochter ist 17 und sie überkam die Erkenntnis am Fenster des Waldorf Astorias, als sie auf den Breitscheidplatz mit den Blumen für die Anschlagsopfer in Berlin hinunter sah. Sie saß da still eine ganze Nacht und das erste Bewusstsein, wie kurz so ein Leben ist bzw. wie viel kürzer es sogar noch sein kann, kam wie ein Hammer. „Damit muss man sich als Mensch abfinden“, begann ich mit ihr zu diskutieren. 

So ein Leben ist wie ein Urlaub. Man genießt es zwar, aber man ärgert sich über Regentage, weil einem bewusst ist, dass einem diese Tage vom Urlaub verloren gehen. Und ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich rechne immer grob, wie viel von meinem Urlaub wohl schon vorbei ist.

Deshalb kann ich nicht verurteilen, auch wenn es für die Kinder und mich schwer ist, wenn ein Mensch durch Erkennen dieser Realität unter Druck gerät.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich Menschen selbst Probleme und Baustellen schaffen, wenn es gerade keine gibt. Sie beschäftigen und lenken ab von den Fragen nach dem Sinn.

Aber manchmal liegt der Sinn vielleicht gerade darin, nicht nur für sich, sondern auch für andere da zu sein.

 

Herzlichst!

Ihre Anja K. Fließbach 

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